Bodennährstoff Bor

Bor im Boden

Nährstoff Bor im BodenDas Spurenelement Bor ist in Konzentrationen zwischen 5 und 80 mg/kg im Boden enthalten. Bor gelangt durch Verwitterung von Gesteinen wie Turmalin und Glimmer in den Boden. Generell enthalten sandige Böden deutlich weniger Bor als schwere tonige Böden. Die Verfügbarkeit von Bor im Boden ist stark vom pH-Wert abhängig. Auf alkalischen Böden mit pH-Werten oberhalb von 7 ist die Verfügbarkeit von Bor sehr schlecht, da Bor hier verstärkt an Aluminium-, Eisen- und Tonminerale gebunden wird. Damit Pflanzen Bor überhaupt aufnehmen können, muss der Boden gut durchfeuchtet sein.

  • Bor ist für Pflanzen lebensnotwendig.
  • Deutsche Böden weisen tendenziell eher einen Bormangel auf.
  • In alkalischen Böden ist Bor schlecht verfügbar.

Wofür brauchen Pflanzen Bor im Boden?

Bor im Boden ist für Pflanzen ein essentielles (lebenswichtiges) Spurenelement. Pflanzen benötigen Bor zum Beispiel für den Aufbau von Zellwänden, den Kohlenhydratstoffwechsel und den Eiweißhaushalt. Insgesamt fördert Bor das Pflanzenwachstum durch eine stimulierende Wirkung auf die Zellteilung. Einen entscheidenden Einfluss hat Bor auch auf die Zuckerbildung in Pflanzen. Bei Hülsenfrüchten (Leguminosen) ist ausreichend Bor im Boden für das Wachstum von stickstoffsammelnden Knöllchenbakterien an den Wurzeln entscheidend. Ob Bor auch für den Menschen lebensnotwendig ist, wurde noch nicht zweifelsfrei geklärt. Einige Hinweise deuten allerdings darauf hin.

Bor im Boden – Pflanzen zeigen typische Symptome bei Mangel und Überschuss

Bei zu wenig Bor im Boden zeigen zum Beispiel Rüben sehr eng sitzende und teilweise entfärbte junge Blätter. Bei Raps rollen sich die Blattränder ein, bei Mais zeigt sich ein verminderter Kornansatz und bei Mangold kommt es zur Trockenfäule. Allgemeine Symptome bei zu wenig verfügbarem Bor im Boden sind zum Beispiel eine verstärkte Bildung von Seitenknospen, eine Neigung zum Verwelken durch einen gestörten Wasserhaushalt und eine gestörte Blütenbildung. Auf zu viel Bor im Boden reagieren Pflanzen mir vergilbten Blättern und abgestorbenen Blattteilen. Hülsenfrüchte und Gurken reagieren auf einen Überschuss von Bor im Boden besonders sensibel.[1]

Bor düngen – wann ist das sinnvoll?

Vor einer möglichen Düngung mit Bor sollte eine professionelle Bodenanalyse erfolgen. So kann festgestellt werden, ob der Boden wirklich zu wenig Bor enthält, oder ob das Bor durch einen hohen Boden-pH-Wert (zum Beispiel durch zu starke Kalkung) nur nicht verfügbar ist. Generell herrscht in deutschen Böden eher ein Mangel von Bor im Boden. Der Anbau von vielen Kohlsorten erfordert einen hohen Gehalt an verfügbarem Bor. Hier sollte bei einem Bormangel jährlich mit etwa 500 g Bor pro Hektar gedüngt werden. Getreide reagiert auf einen Borüberschuss dagegen empfindlich und benötigt nur 1/10 dieser Menge. Eine Düngung mit Bor erfolgt meist als Blattdüngung.[2]

 

 

Referenzen:

[1] Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft, „Hinweise für die Düngung mit Bor“: http://www.lfl.bayern.de/mam/cms07/iab/dateien/borduengung.pdf
[2] Dienstleistungszentrum ländlicher Raum Rheinland-Pfalz, „Bor vernachlässigen oder düngen?“: http://www.dlr-eifel.rlp.de/Internet/global/themen.nsf/d3257990e1afbe3fc1256fa30033a3d6/b619f8a39eb0427ec12572a6002b24a8?OpenDocument