Bodennährstoff Calcium

 

Nährstoff Calcium BodenCalcium im Boden

Calciumverbindungen sind ein natürlicher Bestandteil vieler Böden. Calcium im Boden ist für die Bildung einer guten Bodenstruktur besonders wichtig. Calcium ist im Boden nicht in elementarer (reiner) Form enthalten. Es liegt vielmehr in Verbindungen wie Calciumsulfat, Calciumphosphat und Calciumcarbonat vor. Sogenannte Calciumbrücken schaffen im Boden vorteilhafte Verbindungen zwischen Humus und Ton. Calciumbrücken wirken so Bodenerosion und Staunässe entgegen. Außerdem erhöht Calcium im Boden grundsätzlich die Aktivität wichtiger Bodenmikroorganismen. Weiterhin verlangsamen die basischen Calciumverbindungen die Bodenversauerung. Wenig Calcium findet sich zum Beispiel in sauren Moor- und Heideböden. Relativ viel Calcium ist in Löss- und Mergelböden enthalten.

Fakten zu Calcium im Boden

  • Calcium ist für Pflanzen lebensnotwendig.
  • Calciummangel kann zu Chlorose und Apfel-Stippe führen.
  • Einem Calciummangel wird meist durch Kalkung begegnet.

Bedeutung von Calcium im Boden für Pflanzen

Calcium ist für Pflanzen lebensnotwendig (essentiell). Calcium wird von Pflanzen in die Zellwände eingebaut und spielt eine wichtige Rolle bei Regulationsvorgängen des Pflanzenstoffwechsels.[1] Ausreichend Calcium im Boden macht Pflanzen unempfindlicher gegenüber Krankheiten und Schädlingen. Ein Calciummangel im Boden kann bei Pflanzen zu Chlorose führen. Bei dieser Mangelkrankheit kommt es zu einer verminderten Chlorophyllbildung mit einer charakteristischen Gelbfärbung junger Blätter. Bei Apfelbäumen kann eine zu geringe Calciumaufnahme zu Stippe führen. Diese Mangelkrankheit äußerst sich durch braune Flecken auf der Apfelschale und im Fruchtfleisch. Besonders anfällig für die Stippe sind die Sorten Boskoop und Jonagold. Sehr empfindlich auf zu wenig Calcium im Boden reagieren auch Tomaten. Ein Calciummangel führt hier zu verstärkter Schimmelbildung und dunklen Stellen im Fruchtfleisch. Ein Calciumüberschuss ist für Pflanzen nicht direkt schädlich. Allerdings kann durch zu viel Calcium im Boden die Verfügbarkeit von anderen wichtigen Nährstoffen wie zum Beispiel Phosphor, Kalium und Magnesium herabgesetzt werden.[2]

Calcium richtig düngen

Vor einer Düngung mit Calcium sollte eine genaue Bodenanalyse erfolgen. Calcium tritt, wie bereits erwähnt, mit anderen Bodennährstoffen in Wechselwirkung. Daher kann eine einseitige und falsche Düngung mit Calcium die Bodenfruchtbarkeit weiter verschlechtern. Ein Calciummangel geht oft mit einer Versauerung des Bodens einher. Wann ein Boden für gute Erträge „zu sauer“ (zu niedriger pH-Wert) ist, hängt unter anderem von der jeweiligen Bodenart ab. Eine Bodenanalyse gibt genaue Empfehlungen für den jeweils optimalen Boden-pH-Wert und die erforderlichen Maßnahmen zur Bodenverbesserung. Bei zu sauren sandigen Böden wird zum Beispiel eine Kalkung mit 50 g Kalk pro m² im Jahr empfohlen. Bei schweren Tonböden liegt die empfohlene Kalkmenge bei 80 g.[3] Durch eine optimierte Kalkung des Bodens wird in den allermeisten Fällen auch eine ausreichende Versorgung mit Calcium gewährleistet, sodass das Düngen mit Calcium nicht unbedingt nötig ist.

 


Referenzen:

[1] Universität Hamburg, „Nährsalze“: http://www.biologie.uni-hamburg.de/b-online/d16/16a.htm
[2] Ministerium für ländlichen Raum- und Verbraucherschutz, Baden-Württemberg, „Agrarforschung“: http://www.landwirtschaft-bw.info/pb/,Lde/644431
[3] Universität Hamburg, „Düngen im Haus- und Kleingarten“?: http://www.geowiss.uni-hamburg.de/i-boden/publrel/Miehlich_Boden_und_Duengung_im_Garten.pdf