Bodennährstoff Eisen

Eisen als wichtiger Nährstoff für den Boden

Nährstoff eisen bodenEisen hat in der Erdkruste einen Anteil von über 5 % und findet sich daher in unterschiedlichen Konzentrationen praktisch in allen Böden und Gewässern. Dort liegt es allerdings meist in gebundener Form vor. Häufige Eisenverbindungen sind Haematit, Eisenhydroxid und Goethit. Eisen im Boden stammt meist aus verwitterten Gesteinen. Eisenreiche Böden gibt es in Deutschland zum Beispiel in der Harzgegend und im Erzgebirge. Generell kann der Eisengehalt des Bodens in der Nähe von Eisenerzlagerstätten erhöht sein. Auch eisenhaltige Abraumhalden können den Bodennährstoff Eisen über Oberflächenwasser in die Böden waschen.

Fakten Bodennährstoff Eisen

  • Eisen ist ein natürlicher Bestandteil des Bodens.
  • Der Bodennährstoff Eisen ist für Pflanzen lebenswichtig.
  • Die Verfügbarkeit von Eisen ist in alkalischen Böden schlecht.

Verfügbarkeit des Bodennährstoffs Eisen

Eisen ist für alle Pflanzen ein lebensnotwendiges Spurenelement und hat einen entscheidenden Einfluss auf Pflanzenwachstum und Fruchterträge. Bei alkalischen Böden mit einem pH-Wert von über 7,5 und hohem Tonanteil ist die Verfügbarkeit von Eisen deutlich geringer. Um genügend Eisen über die Wurzeln aufnehmen zu können, muss ausreichend Sauerstoff vorhanden sein. Dies ist nur bei gut durchlüfteten Böden gewährleistet. Bei verschlammten, verdichteten oder zu nassen Böden kann es deshalb zu einem Eisenmangel kommen, obwohl im Boden eigentlich genug Eisen vorhanden ist. Durch Bindung an Huminsäuren kann auch bei sehr humusreichen Gartenböden ein Mangel ein Eisen entstehen. Der Einsatz kupferhaltiger Spritzmittel kann die Eisenaufnahme durch die Wurzeln stark herabsetzen.[1]

Eisenmangel, Eisenüberschuss – welche Schäden drohen?

Auf einen Eisenmangel reagieren Pflanzen unterschiedlich. Vergilbte oder weißliche Stellen an jungen Blättern oder Trieben können auf eine durch Eisenmangel hervorgerufene gestörte Photosynthese hindeuten. Charakteristisch für einen Eisenmangel sind grüne Adern in entfärbten Blättern.[2] Lang anhaltender Eisenmangel führt zu einem Wachstumsstillstand der Pflanze, der schließlich zum Absterben der Pflanze führt. Rosen, Rhododendron, Tomaten oder Erdbeeren reagieren besonders empfindlich auf einen Mangel des Bodennährstoffs Eisen. Ein Überschuss an Eisen lässt in der Pflanze zu viele freie Radikale entstehen, die die Pflanze schädigen und zu einem verminderten Wurzel- und Sprosswachstum führen.[3] Ein Überschuss an Eisen ist bei deutschen Böden aber eher nicht zu erwarten.

Eisendüngung? Vorher Eisengehalt des Bodens mit Bodenanalyse bestimmen!

Der Eisengehalt von Gartenboden lässt sich am besten über eine professionelle Bodenanalyse bestimmen. Da die Verfügbarkeit des Eisens vom pH-Wert des Bodens, der Bodenbeschaffenheit und weiteren Spurenelementen des Bodens abhängt, sollte sich die Bodenanalyse nicht allein auf Eisen beschränken. Eine Bodenanalyse gibt außerdem Auskunft über möglicherweise im Boden enthaltene Industrieschadstoffe. Zeigt die Bodenanalyse einen wirklichen Mangel des Bodennährstoffs Eisen, kann dieser mit speziellen Eisendüngern behoben werden.

 

Referenzen:

[1] Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft: http://www.landwirtschaft.sachsen.de/landwirtschaft/download/pflanzliche_Erzeugung/20060601_SN_Fe_2.pdf
[2] Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau, „Eisen – ein unentbehrlicher Mineralstoff für Pflanzen“: http://www.lwg.bayern.de/gartentipps/2008/29151/index.php
[3] Mitteilungen der deutschen bodenkundlichen Gesellschaft: http://www.dbges.de/wb/media/mitteilungen_dbg/Mitteilungen%20der%20DBG%201971_12.pdf