Toniger Boden

Tonboden verbessern?

TonbodenTon im Boden ist ein natürliches Mineral mit einem hohen Gehalt an feinen Partikeln anderer Mineralien. Die Eigenschaften von Ton werden hauptsächlich von Tonmineralien bestimmt. Tonminerale haben eine Korngröße von weniger als 0,0002 mm und eine schichtartige Kristallstruktur. Wichtige Bestandteile von Tonmineralien sind zum Beispiel Silizium, Magnesium und Aluminium. Tonmineralien entstehen überwiegend durch Verwitterung von Gesteinen und anderen Mineralien. Tonboden hat einen hohen Anteil an Tonmineralien.[1] Tonboden kann lokal in sehr vielen Gebieten Deutschlands vorkommen. Besonders häufig ist dieser Bodentyp in den Sedimentschichten von Flüssen oder in Gletscherend- und Randzonen anzutreffen. In Thüringen und Sachsen-Anhalt ist Tonboden besonders häufig vertreten.[2]

Fakten Tonboden

Tonboden mit einem Tonanteil von ca. 30 % ist für Gartenbau sehr gut geeignet.
• Ein hoher Tonanteil kann zu Staunässe und Sauerstoffmangel führen.
Toniger Boden kann durch Einbringung von Humus und Kompost verbessert werden.

Pflanzen für tonigen Boden

Viele Pflanzen finden in tonigem Boden mit einem Tonanteil von ca. 30 % optimale Wachstumsbedingungen, denn Ton ist ein guter Speicher für Nährstoffe und Wasser. Bei einem höheren Tonanteil neigen Böden zur Vernässung. Tonboden mit hohen Tonanteilen kann den wichtigen Sauerstoffaustausch an den Pflanzenwurzeln behindern. Dies kann zu Wachstumsstörungen oder zum Absterben der Pflanzen führen. Relativ tonigen Boden vertragen Pflanzen wie Kohlgemüse, Buchsbohnen, Lupinen, Ölrettich und einige Obstbäume. Schlecht auf tonigem Boden wachsen Pflanzen wie zum Beispiel Kartoffeln, Mohrrüben, Radieschen und Rhododendron.

Tonigen Boden verbessern

Stark toniger Boden kann durch das Untergraben von Kompost, Sand oder Schreddergut verbessert werden, da er dadurch lockerer und durchlässiger für Wasser und Sauerstoff gemacht wird. Tonboden sollte vor dem ersten Frost außerdem tiefgründig umgegraben werden. So kann sich Wasser in den Hohlräumen sammeln. Dringt Frost in den Boden ein, gefriert das Wasser in den Hohlräumen und dehnt sich aus. Dadurch werden größere Erdschollen zu Krümeln zersprengt und so die Qualität des Bodens verbessert. Dieser Vorgang wird als „Frostgare“ bezeichnet. Bei Tonboden mit Staunässe kann auch eine fachmännisch verlegte Drainage in Verbindung mit einer sehr tiefgründigen Lockerung zu einer Verbesserung der Bodeneigenschaften führen. Da Tonboden sich oft schlecht erwärmt, sollte nach der Einsaat dunkler Kompost oberflächlich aufgestreut werden. Durch die dunkle Farbe des Komposts verbessert sich die Absorption der Sonnenstrahlung.[3]

Eine Bodenanalyse ist bei Tonboden sinnvoll

Bevor Maßnahmen zur Verbesserung von Tonboden eingeleitet werden, sollte eine professionelle Bodenanalyse erfolgen. Diese gibt Aufschluss über den genauen Tonanteil des Bodens. Die Bodenqualität ist jedoch auch von anderen Parametern wie zum Beispiel Humusgehalt, Stickstoffgehalt oder pH-Wert abhängig. Böden an ehemaligen Industriestandorten können zudem mit Schwermetallen belastet sein. Diese Parameter können von einer Bodenanalyse ebenfalls überprüft werden.

 

Referenzen:

[1] http://www.lwg.bayern.de/gartentipps/2010/38260/index.php
[2] https://www.bgr.bund.de/DE/Themen/Boden/Projekte/Informationsgrundlagen-abgeschlossen/BUEK1000_und_Ableitungen/BUEK1000_Legende_lang.pdf?__blob=publicationFile&v=3
[3] http://www.geowiss.uni-hamburg.de/i-boden/publrel/Miehlich_Boden_und_Duengung_im_Garten.pdf