Bodentier Regenwurm

Der Regenwurm ein Nützling

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Regenwürmer gehören zur Ordnung der Wenigborster. Allein in Deutschland gibt es 39 verschiedene Regenwurmarten. Regenwürmer bewohnen, je nach Art, verschiedene Bodenschichten. Teilweise werden Regenwürmer der anezischen Arten noch in über 2 m Tiefe angetroffen. In Gärten sind epigäische Arten des Regenwurms besonders häufig anzutreffen. Diese leben in den oberen, humusreichen Schichten des Bodens. Ein beliebter Lebensraum von Regenwürmern sind auch Komposthaufen. Regenwürmer bevorzugen generell lockeren, nicht verdichteten Boden. Regenwürmer ernähren sich hauptsächlich von abgestorbenen Pflanzenteilen. Es können jedoch zum Beispiel auch im Boden enthaltene Einzeller und Pilzsporen als Nahrung genutzt werden.

Fakten Bodentier Regenwurm

  • Regenwürmer sind wichtige Nützlinge.
  • Regenwürmer verbessern die Bodenqualität.
  • Regenwürmer sind Indikator für Schadstoffbelastungen.

Bedeutung des Regenwurms für Garten- und Ackerbau

Der Regenwurm ist ein sehr wichtiger Nützling und Bodenverbesserer. So verbessert der Regenwurm durch das Graben seiner Gänge die Durchlüftung und den Wasserhaushalt des Bodens. Außerdem reichert er durch sein Fressverhalten und seine Ausscheidungen auch tiefe Bodenschichten mit organischem Material, Nährstoffen und Mikroorganismen an. Im Darm des Regenwurms wird mineralische Erde mit Humus vermischt. Daraus entstehen für Pflanzen besonders wertvolle Böden. Auf Ackerflächen können Regenwürmer bis zu 6 Tonnen Stroh pro Hektar in den Boden einbringen.[1] Das Bodentier Regenwurm ist ein hervorragender Indikator für die Qualität von Böden, da er besonders empfindlich auf Bodenverunreinigungen wie Schwermetalle, Pestizide und Chemikalien reagiert.[2] Eine reichhaltige Regenwurmpopulation lässt auch auf eine große Biodiversität des Bodens schließen. Regenwürmer bilden weiterhin eine wichtige Nahrungsgrundlage für zum Beispiel Igel und Amsel.[3]

Den Boden mit Regenwürmern anreichern

Regenwürmer lassen sich in vielen Online-Shops kaufen. Außerdem gibt es im Handel sogenannte „Wurmfarmen“, die ein spezielles Substrat für die Regenwurmzucht enthalten. 1.000 Regenwürmer kosten etwa 30 Euro. Der Kauf von Regenwürmern kann bei der Neuanlage von Gärten oder Komposthaufen durchaus sinnvoll sein. Die Bodenverbesserung wird so beschleunigt. Wenn man sich etwas Zeit lässt, wandern Regenwürmer jedoch auch ganz von selbst in gut belüftete Komposthaufen ein. Besonders das Verteilen von Komposterde auf Gartenbeete ist eine gute Möglichkeit, die Verbreitung von Regenwürmern zu fördern. Viele Kommunen bieten auch naturbelassene Komposterde zum Selbstabholen an. Abgelagerter Pferdemist ist eine weitere gute Quelle für Regenwürmer.

Probleme mit der Regenwurmpopulation? Ein Bodentest verschafft Klarheit

Wie bereits erwähnt, reagiert das Bodentier Regenwurm sehr empfindlich auf Schadstoffe im Boden. Wenn es im Garten oder auf dem Acker wenig Regenwürmer gibt, könnten Bodenschadstoffe die Ursache sein. Ein Bodentest kann diese teilweise auch für den Menschen schädlichen Schadstoffe aufspüren.

 

Referenzen:

[1] Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft, „Regenwürmer – wichtige Nützlinge“: http://www.lfl.bayern.de/mam/cms07/iab/dateien/regenw__rmer_wichtige_n__tzlinge.pdf
[2] Uni Münster, „Bedeutung der Regenwürmer als Bioindikatoren“: http://hypersoil.uni-muenster.de/1/02/52.htm
[3] Bundesministerium für Land und Forstwirtschaft: http://www.lebensministerium.at/dms/lmat/land/laendl_entwicklung/monitoring/monitoring-umwelt/Monitoring/2eMOBI_ENDBERICHT_Anhang_060410.pdf