Pestizide im Boden

Pflanzenschutzmittel Bodenbelastung

In großem Umfang gelangen Pestizide durch die konventionelle Landwirtschaft in den Boden.
Zu den Pestiziden werden sowohl Pflanzenschutzmittel als auch Schädlingsbekämpfungsmittel (Biozide) außerhalb von landwirtschaftlichen Einsatzspektren gerechnet. Pestizide können unter anderem gegen Insekten, Bakterien, Pilze, Viren und unerwünschten Pflanzenbewuchs wirksam sein. Für wirtschaftliche Erträge ist der Einsatz von Pestiziden in der konventionellen Landwirtschaft oft unerlässlich: Durch unsere hochindustriealisierte Landwirtschaft entstehen große Monokulturen, die einen Befall mit Schädlingen begünstigen. Obwohl Pestizide vor ihrer Zulassung strenge Prüfverfahren durchlaufen müssen, wirken sie oft auch schädlich auf Nützlinge. Außerdem können sich Pestizide im Boden anreichern und ins Grundwasser gelangen.

Fakten zu Pestizide im Boden

  • Pestizide können sich im Boden anreichern.
  • Abbauprodukte von Pestiziden sind im Grundwasser nachweisbar.
  • Pestizide gefährden Mensch und Umwelt.

Pestizide im Boden – schädliche Wirkungen auf den Menschen

Normalerweise sollen Pestizide im Boden nach der Ausbringung schnell in ungefährliche Bestandteile zerfallen. Dieser Abbauprozess funktioniert aber nicht immer wie gewünscht. Teilweise werden auch Abbauprodukte von Pestiziden, die sogenannten Metabolite, als gesundheitsschädlich eingestuft. In vielen deutschen Grundwasserbrunnen sind Metabolite von Pestiziden aus dem Boden bereits nachweisbar.[1] Selbst wenn Grenzwerte für einzelne Pestizide und Metabolite im Grundwasser eingehalten werden, ist die Wirkung einer kumulierten Belastung durch weltweit etwa 5.000 verschiedene Pestizide nur schwer kalkulierbar. Pestizidrückstände aus dem Grundwasser oder der Nahrung können sich verstärkt im Fettgewebe des Menschen anreichern. Besonders gefährdet sind Personen, die berufsbedingt mit Pestiziden direkt in Berührung kommen. Pestizide können beim Menschen Krebs, Fruchtbarkeitsstörungen oder Erbgutschäden auslösen.[2]

Bodenbelastungen durch Pflanzenschutzmittel gefährden das Ökosystem

Ein weiteres Problem von Pestiziden im Boden ist die teilweise schädliche Wirkung auf die Bodenfauna. So reagieren zum Beispiel die für die Bodenstruktur wichtigen Regenwürmer besonders empfindlich auf Pestizidrückstände. Auch das seit einigen Jahren beobachtete Bienensterben könnte durch Pestizide verursacht werden.[3] Durch Regenfälle gelangen Pestizide direkt in Flüsse und Seen. Dort können Pestizide aus dem Boden unter anderem Amphibien, Fische und Wasservögel schädigen. Ein grundsätzliches Problem von Pestiziden ist die Anreicherung in der Nahrungskette.

Wo sind besonders hohe Bodenbelastungen durch Pflanzenschutzmittel zu erwarten?

Durch Abdrift, Abschwemmung oder belastetes Grundwasser können Bodenbelastungen durch Pflanzenschutzmittel grundsätzlich auch auf Flächen auftreten, auf denen keine direkte Ausbringung von Pestiziden stattgefunden hat. Der Anbau von Obst, Gemüse und Blumen erfordert meist einen relativ hohen Pestizideinsatz. Aus sandigen Böden werden Pestizide schneller ausgewaschen als aus schweren Böden. In diesen Böden sind Rückstände von Pestiziden oft noch nach Jahren nachweisbar – auch wenn die entsprechenden Pestizide teilweise längst verboten wurden.

 


Referenzen:

[1] Bayerisches Landesamt für Umwelt, „Pflanzenschutzmittel-Metaboliten...“: http://www.lfu.bayern.de/analytik_stoffe/psm_metaboliten/doc/gesamtfassung_psm_metaboliten.pdf
[2] BUND, „Pestizide gefährden die Gesundheit“: http://www.bund.net/themen_und_projekte/chemie/pestizide/gesundheitsgefahren/
[3] Greenpeace, „Bienensterben durch Pestizide“: http://www.greenpeace.de/themen/landwirtschaft/bienensterben-durch-pestizide-0