Bodenbelastung durch Blei

Blei Wirkung Pflanzen

Der natürliche Bleigehalt von Böden liegt zwischen 2 und 60 mg pro kg Boden. In der Umgebung von Bleierzvorkommen wie zum Beispiel Bleisulfit, Bleicarbonat oder Bleisulfat kann die Bodenbelastung durch Blei deutlich erhöht sein. Großräumig findet ein Bleieintrag in den Boden über größtenteils von der Industrie emittierte Bleistäube statt. Eine weitere Bleiquelle sind mit Blei belastete Dünger und Klärschlämme. Lokal können Bleirohre, Bleiummantelungen oder bleihaltige Munition zur einer erhöhten Bodenbelastung durch Blei führen. Insgesamt hat der Bleieintrag in den Boden in den letzten Jahrzehnten stark abgenommen. Diese Abnahme resultiert zu einem Großteil aus dem Verbot von bleihaltigem Benzin im Straßenverkehr.

Fakten Bodenbelastung durch Blei

  • Blei ist in sauren Böden besonders gut verfügbar.
  • Blei ist schädlich für Pflanzen und Menschen.
  • Viele Gemüsesorten reichern Blei besonders stark an.

Welche Wirkung hat Blei auf Pflanzen?

Blei ist für Pflanzen im Gegensatz zu anderen Metallen wie zum Beispiel Kupfer oder Zink nicht lebensnotwendig. Grundsätzlich wirkt frei verfügbares Blei im Boden auf Pflanzen toxisch. Blei ist in den meisten Böden für Pflanzen allerdings schlecht verfügbar. Negative Wirkungen von Blei auf Pflanzen sind, abgesehen von hoch belasteten Industrieflächen, daher meist nicht zu erwarten. In stark sauren Böden mit einem Boden-pH-Wert von unter 4 nimmt die Verfügbarkeit von Blei allerdings stark zu. Hier können bereits mäßige Bodenbelastungen durch Blei zu Schäden an Pflanzen führen. Typische Bleischäden an Pflanzen sind Chlorosen mit entfärbten Blättern infolge einer gestörten Photosynthese und Wachstumsstörungen.

Ist eine hohe Bodenbelastung mit Blei für Menschen gefährlich?

Grundsätzlich ist eine erhöhte Bleiaufnahme für Menschen schädlich. Geringe Mengen Blei werden allerdings ständig mit der Nahrung und dem Trinkwasser aufgenommen – ohne dass es hierbei zu negativen Auswirkungen kommt. Bei Bleivergiftungen wird zwischen akuten und chronischen Vergiftungen unterscheiden. Akute Vergiftungen durch Bodenbelastungen mit Blei sind in Deutschland sehr selten. Symptome einer chronischen Bleivergiftung sind Nervenschäden, Magen-Darm-Probleme und Blutarmut. Säuglinge und Kinder reagieren besonders sensibel auf eine erhöhte Bleiaufnahme. Die maximal verträgliche Bleiaufnahme von 0,025 mg pro kg Körpergewicht wird in Westeuropa meist sehr deutlich unterschritten.[1]

Gartenbau trotz erhöhter Bodenbelastungen mit Blei?

Pflanzen können Blei aus sauren Böden besonders gut aufnehmen. Weiterhin ist die Aufnahme und Anreicherung von Blei bei Pflanzen sehr verschieden. So reichern zum Beispiel Mangold, Schnittlauch, Feldsalat und Möhren Blei besonders stark an. Diese Gemüsesorten sollten bei erhöhten Bodenbelastungen mit Blei nicht unbedingt angebaut werden. Viele Obstarten reichern Blei eher schwach an. Als besonders unproblematisch gelten Erdbeeren.[2] Eine Anhebung des Boden-pH-Wertes durch Kalkung vermindert meist die Bleiaufnahme. Genaue Hinweise über die Bleibelastung des Bodens liefert eine professionelle Bodenanalyse.

 

 

Referenzen:

[1] Umweltbundesamt, „Wirkung ausgewählter Schadstoffe“: http://www.umweltbundesamt.at/fileadmin/site/presse/news_2010/Schadstoffe_Wirkung.pdf
[2] Landkreis Emmendingen, „Landwirtschaftlicher Anbau auf schwermetallbelasteten Böden“: http://www.landkreis-emmendingen.de/index.phtml?La=1&sNavID=1.100&object=tx|1406.11276.1&kat=&kuo=2&sub=0