Bodenbelastung durch Cadmium

Cadmium anreichernde Pflanzen

Das Schwermetall Cadmium kommt in Konzentrationen von ca. 0,3 bis 1,6 mg pro kg Boden vollkommen natürlich in deutschen Böden vor. Generell sind die Bodenbelastungen durch frei verfügbares Cadmium in sauren, sandigen Böden höher als in schweren, alkalischen Böden. Quellen für hohe Bodenbelastungen mit Cadmium sind zum Beispiel alte Müllhalden, Bergbauregionen und Industriestandorte. Cadmium wird auch heute noch in größeren Mengen zum Korrosionsschutz verwendet. Über Staubemissionen der Industrie wird Cadmium sehr großflächig verteilt. Relevante Quellen für Bodenbelastungen durch Cadmium sind außerdem Klärschlämme und Dünger. Relativ stark mit Cadmium belastet sind die Böden in Ostdeutschland und dem Ruhrgebiet.[1]

Fakten Bodenbelastung durch Cadmium

  • Cadmium ist ein besonders schädliches Schwermetall.
  • Die Kalkung von sauren Böden kann Cadmium binden.
  • Sellerie, Mangold, Spinat, Salat und Grünkohl reichern Cadmium sehr stark an.

Auswirkungen einer hohen Bodenbelastung durch Cadmium auf Pflanzen

Cadmium ist für Pflanzen nicht essentiell (lebensnotwendig). Eine erhöhte Cadmiumaufnahme durch Pflanzen kann zu Chlorosen (entfärbte Blätter, gestörte Photosynthese) und abgestorbenen Blattteilen führen. Neueste Forschungen zeigen, dass die Fähigkeit zur Aufnahme und Anreicherung von Cadmium und anderen Schwermetallen aus belasteten Böden von dem Gen HMA3 gesteuert wird. Dieses Gen wird deshalb auch „Schwermetall-Transporter-Gen“ genannt. Bei stark Cadmium anreichernden Pflanzen ist dieses Gen in den Wurzeln besonders aktiv.[2]

Kann eine erhöhte Bodenbelastung mit Cadmium für Menschen gefährlich werden?

Cadmium ist für den Menschen ein besonders schädliches Schwermetall. Mit kontaminierter Nahrung können bereits schädliche Konzentrationen von Cadmium aufgenommen werden. Die Symptome einer Cadmiumvergiftung reichen von schweren Nieren- und Knochenschäden bis zu Schäden am Nervensystem. Eine kanzerogene (krebserregende) Wirkung von Cadmium wird diskutiert. Problematisch ist die langsame und schleichende Anreicherung von Cadmium im menschlichen Körper. Sehr empfindlich auf Bodenbelastungen mit Cadmium können Kleinkinder reagieren. Gefährlich ist für Kleinkinder besonders die Aufnahme von belastetem Bodenstaub beim Spielen im Freien.

Gartenbau trotz hoher Bodenbelastungen mit Cadmium?

Eine Bodenanalyse kann den Gehalt von Cadmium bestimmen. Je nach stärke der Bodenbelastung mit Cadmium sollte völlig oder teilweise auf den Anbau von Nutzpflanzen verzichtet werden. Besonders stark Cadmium anreichernde Pflanzen sind zum Beispiel Mangold, Sellerie, Spinat, Salat und Grünkohl. Eher wenig Cadmium nehmen Kern- und Steinobst sowie Beerensträucher auf. Die Anhebung des Boden-pH-Wertes durch Kalkung kann bei sauren Böden das Cadmium schlechter verfügbar machen. Diesen Zweck erfüllt auch die Anreicherung des Bodens mit Humus und Ton. Gründliches Waschen, Schälen und das Entfernen der äußeren bzw. bodennahen Blätter kann die Belastung durch anhaftendes Cadmium verringern.[3]

 

 

Referenzen:

[1] Umweltbundesamt, „Cadmium im Boden – Deposition und Gehalte“: http://www.bfr.bund.de/cm/343/cadmium_im_boden_deposition_und_gehalte.pdf
[2] Bundesministerium für Bildung und Forschung, „Schwermetall-Transport Protein bestimmt Cadmiumgehalt in Pflanzen“: http://www.pflanzenforschung.de/de/journal/journalbeitrage/schwermetall-transportprotein-bestimmt-cadmiumgehalt-pf-1987/
[3] Freie und Hansestadt Hamburg, „Empfehlungen zum Nutzpflanzenanbau...“: http://www.hamburg.de/contentblob/141012/data/empfehlungen-nutzpflanzen.pdf