Bodenbelastung durch Chrom

Chrom Schadstoffanalyse vom Boden

Der natürliche Chromgehalt von Böden liegt in Deutschland zwischen 10 und 90 mg pro kg Boden. Erhöhte Bodenbelastungen durch Chrom kommen besonders auf Industrieflächen ehemaliger Gerbereien, in der Nähe von Bergbaugebieten und auf mit belasteten Klärschlämmen gedüngten Flächen vor. Bodenbelastungen mit Chrom erfolgen außerdem durch Emissionen von metallverarbeitenden Betrieben, Stahlindustrie und Kraftwerken. Chromverbindungen werden weiterhin häufig als Fungizide (Anti-Pilz-Mittel) eingesetzt.[1] Durch den Menschen und natürliche Prozesse gelangen die Chromverbindungen Chrom(III) und Chrom(VI) in den Boden. Obwohl sich Chrom(III) und Chrom(VI) nur in der Anzahl der gebundenen Sauerstoffatome unterscheiden, wirkt Chrom (VI) bereits in geringen Konzentrationen toxisch auf viele Organismen. Dagegen sind bei Chrom(III) erst bei vergleichsweise hohen Konzentrationen toxische Wirkungen zu befürchten.

Fakten Bodenbelastung durch Chrom

  • Chrom(VI) ist besonders gefährlich.
  • Chrom wird hauptsächlich über Staub aufgenommen.
  • Alte Industriestandorte können besonders hohe Bodenbelastungen mit Chrom aufweisen.

Wir wirken sich Bodenbelastungen durch Chrom auf Pflanzen aus?

Ob Pflanzen Chrom in Spuren für Stoffwechselprozesse benötigen, ist noch nicht zweifelsfrei geklärt. Chrom wirkt auf Pflanzen erst in relativ hohen Dosen toxisch. Nur 2 % des aufgenommen Chroms werden von Pflanzen in Blattwerk und Früchte transportiert. Der allergrößte Teil des Chroms verbleibt in den Wurzeln. Deshalb zeigen sich verstärkte Bodenbelastungen mit Chrom auch oft durch ein vermindertes Wurzelwachstum. Weite Symptome sind ein schwaches Wachstum von Sprossen sowie entfärbte und teilweise abgestorbene Blätter.

Bodenbelastungen mit Chrom – eine Gefahr für die menschliche Gesundheit?

Chrom ist für den Menschen in geringen Konzentrationen ein wichtiges Spurenelement. Der menschliche Körper nimmt Chromverbindungen nur zu einem sehr geringen Teil über den Magen-Darm-Trakt auf. Viel gefährlicher ist die Aufnahme von Chromstäuben von mit Chrom belasteten Böden. So kann bereits die stundenweise Aufnahme von Atemluft mit einem Chromgehalt von mehr als 0,002 mg pro m³ zu Bronchitis, Asthma und Geschwüren an den Schleimhäuten führen. Eine stark erhöhte Aufnahme von Chrom mit der Nahrung führt zum Beispiel oft zu Nierenschäden oder einer Gastritis. Das besonders gefährliche Chrom(VI) ist sogar krebserregend. Chrom reichert sich in Gehirn, Nieren und Leber an und kann so auch zu chronischen Vergiftungen führen.[2]

Schadstoffanalyse Chrom

Ob Gartenflächen oder ganze Grundstücke erhöhte Bodenbelastungen mit Chrom aufweisen, kann nur eine Schadstoffanalyse des Bodens klären. Eine solche Schadstoffanalyse deckt nicht nur das Schwermetall Chrom ab. Vielmehr wird auch die mögliche Bodenbelastung mit weiteren Schwermetallen wie zum Beispiel Blei, Arsen oder Cadmium bestimmt. Besonders Cadmium kann sich in vielen Gemüsesorten stark anreichern. Eine Schadstoffanalyse für Chrom sollte möglichst auch in Kombination mit einer allgemeinen Bodenanalyse erfolgen, da die Verfügbarkeit vieler Bodenschadstoffe stark von Bodenparametern wie dem Boden-pH-Wert abhängt.

 


Referenzen:

[1] Landesregierung Schleswig-Holstein, „Hinweise zur Bewertung von Chrom(III)...“: http://www.schleswig-holstein.de/UmweltLandwirtschaft/DE/BodenAltlasten/07_Altlastenerfassung/02_Gefaehrdungsabschaetzung/04_BewertungChromIII/ein_node.html
[2] Umweltbundesamt, „Wirkung ausgewählter Schadstoffe“: http://www.umweltbundesamt.at/fileadmin/site/presse/news_2010/Schadstoffe_Wirkung.pdf