Bodenbelastung durch Kupfer

Kupfer im Boden durch Pflanzenschutzmittel

Kupfer ist in Spuren in fast allen Böden enthalten. Der natürliche Kupfergehalt liegt zwischen 2 und 40 mg pro kg Boden. Hohe Bodenbelastungen mit Kupfer werden ab einem Boden-pH-Wert von unter 5 besonders kritisch, da die Verfügbarkeit von Kupfer dann stark ansteigt. Neben der Freisetzung aus verwittertem kupferhaltigen Gesteinen kann Kupfer verstärkt durch den Bergbau oder die Industrie in den Boden gelangen. Eine weitere Quelle für Kupferbelastungen im Boden ist der massenhafte Einsatz von Kupfer in Pflanzenschutzmitteln. Kupferhaltige Pflanzenschutzmittel sind auch im biologischen Landbau teilweise eine wichtige Alternative zu konventionellen Pflanzenschutzmitteln. Ein Kupfereintrag findet ebenfalls über die Ausbringung von belastetem Wirtschaftsdünger (z. B. Mist, Gülle) statt. Kupferquellen für Wirtschaftsdünger sind zum Beispiel kupferhaltige Zusätze in Futtermitteln.[1]

Fakten Bodenbelastung durch Kupfer

  • Kupfer ist in Spuren für Menschen und Pflanzen lebensnotwendig.
  • Kupfer aus Pflanzenschutzmitteln reichert sich im Boden an.
  • Eine Kalkung von Böden kann die Belastung durch Kupfer reduzieren.

Wie wirkt sich eine erhöhte Bodenbelastung durch Kupfer auf Pflanzen und Boden aus?

Für Pflanzen ist Kupfer ein lebensnotwendiges Spurenelement. Kupfer wird für die Photosynthese und für viele andere wichtige Stoffwechselvorgänge benötigt. Eine verstärkte Belastung mit Kupfer kann bei Pflanzen allerdings auch zu Wurzelschäden oder abgestorbenen Blättern führen. Raps und Zuckerrüben reagieren besonders empfindlich auf eine hohe Bodenbelastung mit Kupfer. Zu viel Kupfer im Boden wirkt außerdem toxisch auf wichtige Bodenorganismen wie zum Beispiel Regenwürmer. Viele Böden in Deutschland weisen heute bereits kritische Kupferbelastungen auf. In einigen Böden kann Kupfer sich über lange Zeiträume stark anreichern. Kupfer konkurriert bei der Aufnahme durch Pflanzen mit anderen Spurenelementen wie Zink und Molybdän. So kann zum Beispiel die verstärkte Ausbringung von Kupfer durch Pflanzenschutzmittel zu einem Mangel an anderen Spurenelementen führen.

Kann eine Bodenbelastung durch Kupfer zu Gesundheitsschäden führen?

Auch für den Mensch ist Kupfer in Spuren lebensnotwendig. Bei einer zu hohen Kupferaufnahme drohen allerdings Gesundheitsschäden wie Arthritis und Bluthochdruck. Da Pflanzen Kupfer erst auf sehr sauren Böden verstärkt aufnehmen, geht vom Gartenbau auf kupferbelasteten Böden meist keine unmittelbare Gefahr aus. Bei Grünlandnutzung wird erst eine Bodenbelastung von 1.300 mg Kupfer pro kg Boden als kritisch angesehen. Die Beweidung mit Schafen sollte ab einer Belastung von 200 mg eingestellt werden.[2]

Wie kann die Bodenbelastung durch Kupfer reduziert werden?

Eine Bodenanalyse kann den Kupfergehalt im Boden sicher bestimmen. Bei zu hohen Belastungen durch Kupfer aus zum Beispiel Pflanzenschutzmitteln keine eine Kalkung des Bodens die Verfügbarkeit des Kupfers mindern. Unterbleibt ein weiterer Kupfereintrag in den Boden, wird Kupfer auch langsam durch natürliche Prozesse aus den oberen Bodenschichten ausgewaschen.

 


Referenzen:

[1] Umweltbundesamt, „Düngemittel“: http://www.umweltbundesamt.de/themen/boden-landwirtschaft/umweltbelastungen-der-landwirtschaft/duengemittel
[2] Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft, „Gefährdungsabschätzung Boden...“: http://www.lfl.bayern.de/iab/boden/031865/