Bodenbelastung durch Nickel

Nickel im Boden: Schadstoffuntersuchung möglich

Der Nickelgehalt der Erdkruste beträgt ca. 0,008 %. In den oberen Bodenschichten ist der natürliche Nickelgehalt meist sehr gering. Erhöhte Bodenbelastungen durch Nickel können in der Nähe von nickelhaltigen Erzlagerstätten auftreten. Für die industrielle Gewinnung von Nickel werden zum Beispiel die Erze Garnierit und Willemseit verwendet. Bodenbelastungen durch Nickel sind als Altlasten in Regionen der metallverarbeitenden Industrie relativ häufig anzutreffen. Weitere Nickelquellen sind Emissionen aus Müllverbrennungsanlagen und Kraftwerken. Die Verfügbarkeit von Nickel ist in sauren Böden besonders gut. Aus sandigen Böden kann Nickel auch besonders leicht in Oberflächengewässer und das Grundwasser ausgewaschen werden.

Fakten Bodenbelastung durch Nickel

  • Nickel ist für Pflanzen und Mikroorganismen ein wichtiges Spurenelement.
  • Nickel ist in sauren Böden besonders gut verfügbar.
  • Nickelhaltiger Staub ist für den Menschen sehr gefährlich.

Wie wirkt sich eine hohe Bodenbelastung durch Nickel auf die Umwelt aus?

Für Pflanzen und Bodenmikroorganismen ist Nickel ein lebenswichtiges Spurenelement. In höheren Konzentrationen wirkt Nickel jedoch toxisch. Bodenbelastungen durch Nickel können durch Ausschwemmung besonders für hochsensible Wasserorganismen zu einer Gefahr werden. Pflanzen reagieren auf Bodenbelastungen mit Nickel mit Wachstumsstörungen infolge von Schäden an Zellmembranen und anderen Zellbausteinen. Einige Pflanzen können Nickel jedoch ungewöhnlich stark anreichern, ohne Schaden zu nehmen. Zu diesen sogenannten Nickel-Hyperakkumulatoren zählen zum Beispiel das Gösing-Hellerkraut und das Gebirgs-Hellerkraut. Teilweise werden diese Pflanzen sogar zur Gewinnung von Nickel eingesetzt („Phytomining“).[1]

Hohe Bodenbelastungen durch Nickel – eine Gefahr für die Gesundheit?

Einige nickelhaltige Enzyme sind ein Hinweis auf einen gewissen Nickelbedarf des menschlichen Körpers. Die tägliche Aufnahme von Nickel sollte 1 mg nicht überschreiten. Typische Symptome einer akuten Nickelvergiftung sind Erbrechen und Übelkeit. Bei einer chronischen Aufnahme über die Atemwege kann es zu Schleimhautschäden und Asthma kommen. Mögliche Spätfolgen einer erhöhten Nickelexposition sind zum Beispiel Tumore und Nierenschäden. Sehr viele Menschen reagieren auf Nickel auch mit allergischen Reaktionen der Haut. Um Nickelvergiftungen auslösen zu können, müssen die Bodenbelastungen mit Nickel relativ hoch sein. Eine Gefahr besteht besonders durch eine Staubaufnahme von stark belasteten Böden. Über Gemüse oder Obst aus dem eigenen Garten werden selbst bei erhöhten Bodenbelastungen mit Nickel meist keine gesundheitsgefährdenden Konzentrationen von Nickel aufgenommen.[2]

Nickel im Boden durch eine Schadstoffuntersuchung feststellen

Bei Verdacht auf zu viel Nickel im Boden sollte eine Schadstoffuntersuchung erfolgen. Eine solche Untersuchung verschafft auch Klarheit darüber, ob der Boden noch mit anderen Schwermetallen belastet ist. Gerade bei Grundstücken auf ehemaligen Industriestandorten ist dies häufig der Fall. Ergibt die Schadstoffuntersuchung eine erhöhte Nickelkonzentration im Boden, kann auf sauren Böden durch Kalkung die verfügbare Menge von Nickel im Boden verringert werden.

 


Referenzen:

[1] Universität Konstanz, „Schwermetalle und Pflanzen – eine komplizierte Beziehung“: http://www.uni-konstanz.de/FuF/Bio/kuepper/Homepage/Schwermetall-Stress_und_Schwermetall-Resistenz_KK2010.pdf
[2] Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen, „Nickelbelastung in Grünkohl und Gartenböden...“:http://www.lanuv.nrw.de/umwelt/schadensfaelle/andere/Schwerte-19_03_12a.pdf