Bodenbelastung durch Quecksilber

Quecksilber im Boden

Das giftige Schwermetall Quecksilber kommt in Spuren (ca. 0,02 mg/kg) in vielen Böden vor. Böden vulkanischen Ursprungs können relativ hohe natürliche Gehalt an Quecksilber aufweisen. Quellen für stark erhöhte Bodenbelastungen durch Quecksilber sind zum Beispiel schlecht abgedichtete Müllkippen und Altlasten der Industrie. Großflächig gelangt Quecksilber unter anderem durch die Verbrennung von Kohle und Müll, Zementwerke sowie die Stahlerzeugung in die Umwelt. Auch über belastete Düngemittel und Klärschlämme können relevante Bodenbelastungen durch Quecksilber entstehen.

Fakten Quecksilber im Boden

  • Quecksilber ist ein stark toxisches Schwermetall.
  • Quecksilber reichert sich in der Nahrungskette an.
  • Quecksilber wird von Pflanzen aus dem Boden nur schwer aufgenommen.

Wie wirkt sich Quecksilber im Boden auf Pflanzen und Umwelt aus?

Quecksilber kann sich über lange Zeiträume im Boden anreichern. Auf stark erhöhte Konzentrationen von Quecksilber im Boden reagieren Pflanzen mit entfärbten Blättern infolge eines Chlorophyllmangels (Chlorose) und teilweise abgestorbenen Blättern (Nekrosen). Der Übergang von Quecksilber aus dem Boden in Blattwerk und Früchte ist aber relativ gering.[1] Relativ viel Quecksilber aus dem Boden wird von Steinpilzen aufgenommen. Quecksilber aus belasteten Böden kann in Seen, Flüsse und Meere geschwemmt werden. Quecksilber kann sich in der Nahrungskette stark anreichern. Fische und Meeresfrüchte aus belasteten Gewässern weisen deshalb oft hohe Quecksilbergehalte auf.[2] Quecksilber im Boden kann außerdem das Grundwasser und Trinkwasser belasten.

Ist eine Bodenbelastung durch Quecksilber für den Menschen gefährlich?

Die Quecksilberaufnahme aus Pflanzen stellt für Menschen in der Regel keine Gesundheitsgefahr dar. Eine weit größere Gefahr geht von belasteten Bodenstäuben, Quecksilberdämpfen und dem Verzehr von Fisch und Meeresfrüchten aus. Für den Menschen gilt eine Quecksilberdosis von 150 – 300 mg als tödlich. Symptome einer akuten Quecksilbervergiftung sind zum Beispiel Übelkeit, Kopfschmerzen, Schleimhautverätzungen und Nierenversagen. Chronische Vergiftungen äußern sich unter anderem durch Gedächtnisschwächen, Beeinträchtigungen des Seh- und Hörvermögens sowie Gefühllosigkeit in den Extremitäten. Außerdem gilt Quecksilber als tumorfördernd.[3] Besonders giftig ist Methylquecksilber, das von Bodenmikroorganismen aus Quecksilber im Boden durch Biomethylierung gebildet werden kann.

Quecksilber im Boden – ist Gartenbau trotzdem möglich?

Eine leicht erhöhte Bodenbelastung durch Quecksilber muss dem Anbau von Obst und Gemüse nicht im Wege stehen, da Quecksilber von Pflanzen nur schlecht aufgenommen wird. Bodennahe Pflanzen sollten vor dem Verzehr gründlich gewaschen werden, um äußerliche Kontaminationen mit Quecksilber möglichst zu entfernen. Die Entfernung der äußeren Blätter ist eine weitere Maßnahme, um eine Aufnahme von Quecksilber aus belasteten Böden zu minimieren. Quecksilber im Boden wird bei Boden-pH-Werten unter 4 verstärkt verfügbar. Bei sehr sauren Böden kann also eine Kalkung des Bodens die Belastung mit Quecksilber verringern.

 


Referenzen:

[1] Umweltbundesamt, „Wirkung ausgewählter Schadstoffe“: http://www.umweltbundesamt.at/fileadmin/site/presse/news_2010/Schadstoffe_Wirkung.pdf
[2] Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz, „Schwermetalle in Lebensmitteln“: http://www.vis.bayern.de/ernaehrung/lebensmittelsicherheit/unerwuenschte_stoffe/schwermetalle.htm
[3] Umwelt Proben Bank des Bundes, „Quecksilber“: http://www.umweltprobenbank.de/de/documents/profiles/analytes/10044