Richtig umgraben

Bodenpflege: Gartenboden richtig umgraben

richtig umgrabenDas Thema „Gartenboden umgraben“ wird unter Gärtnern und Experten oft kontrovers diskutiert. In letzter Zeit mehren sich die Stimmen, die das Umgraben insgesamt eher für kontraproduktiv halten. Viele Anhänger des Umgrabens schwören jedoch auf das jährliche Umgrabritual. Ein grundsätzliches Richtig oder Falsch gibt es beim Thema Umgraben nicht. Die Entscheidung für oder wider Umgraben sollte vielmehr von Faktoren wie Bodenbeschaffenheit und Bewuchs abhängig gemacht werden.

Boden auflockern durch Umgraben – die Fakten

  • Lockere, sandige Böden sollten nicht umgegraben werden.
  • Schwere Böden werden am besten vor dem ersten Frost umgegraben.
  • Die Bodenfauna wird durch Umgraben beeinträchtigt.
  • Vor dem Umgraben kann eine Bodenanalyse erfolgen.

Wie sollte der Boden richtig umgegraben werden?

Lockere, sandige Gartenböden sollten nicht umgegraben zu werden. Das Umgraben greift immer in die empfindliche Bodenfauna an. Die verschiedenen Bodentiere der Bodenfauna leben in unterschiedlichen Tiefen. Beim Umgraben werden diese Lebensräume teilweise zerstört und verändert.[1] Die für gute Erträge wichtige Bodenfauna muss sich nach dem Umgraben erst wieder langsam regenerieren. Als Alternativen zum Umgraben bieten sich hier das oberflächliche Hacken und Grubbern an. Schwere, lehmige oder tonige Böden sollten dagegen in jedem Jahr vor dem ersten Frost tiefgründig (ca. 30 cm) umgegraben werden. Die Frostgare lockert diese Böden und beugt so Staunässe und einer Sauerstoffarmut vor. Wenn Rasenflächen oder Brachland für den Gartenbau hergerichtet werden, sollte der Boden auch durch Umgraben aufgelockert und durchlüftet werden. Während des Umgrabens können auch tiefere Schichten des Gartenbodens mit Nährstoffen und Bodentieren angereichert werden. Dazu werden einfach Dünger und Kompost in die beim Umgraben entstehenden Furchen eingestreut.[2]

Vor dem Umgraben des Gartenbodens sollte eine Bodenanalyse erfolgen

Ein jährliches Umgraben des Gartenbodens ist bei schweren Böden sinnvoll. Schwere Böden zeichnen sich durch einen hohen Ton- bzw. Lehmanteil aus. Ob ein Boden wirklich „schwer“ oder nur durch zum Beispiel Landmaschinen verdichtet ist, zeigt eine Bodenanalyse. Nach einer solchen Bodenanalyse kann entschieden werden, ob der Boden durch Umgraben per Hand genügend aufgelockert werden kann. Bei stark verdichteten Böden ist oft ein Einsatz von Maschinen nötig. Schwere Böden neigen auch zu Staunässe und einem verminderten Humusgehalt. Besonders beim Gemüse- und Obstanbau ist ein ausgewogener Nähstoff- und Mineralstoffhaushalt für gute Erträge entscheidend. Eine Bodenanalyse listet auch diese Parameter übersichtlich auf. So kann vor dem Umgraben eine gezielte Düngung erfolgen. Auf Wunsch kann eine Bodenanalyse auch mögliche Bodenbelastungen mit Chemikalien und Schwermetallen feststellen.

 

Referenzen

[1] NABU, „Alles zum Wohl des Bodens“: http://www.nabu.de/oekologischleben/balkonundgarten/gartenarbeit/
[2] Landwirtschaftskammer Saarland, „Gartenböden“: http://www.lwk-saarland.de/fileadmin/gerhard/gartenboeden_pflegen.pdf