Welcher Dünger

Welcher Dünger für den Garten

Welcher Dünger für den Garten der richtige ist, lässt sich nicht pauschal beantworten. Zu unterschiedlich sind die Düngerbedarfe von zum Beispiel Gemüse, Obstgehölzen und Zierpflanzen. Das Angebot an Düngern ist für den Laien nur schwer überschaubar. Wer langfristig gute Erträge im Garten- oder Ackerbau erzielen will, kann auf eine bedarfsgerechte Düngung allerdings nicht verzichten. Dieser Artikel nimmt eine kurze systematische Einordnung der verschiedenen Düngerarten vor und gibt wertvolle Tipps wann welcher Dünger verwendet werden sollte und welcher Dünger für Gemüse und Obst nicht geeignet ist.

Welche Arten von Dünger gibt es?

Bei den Düngern wird grob in organische und mineralische Dünger unterschieden:

Organische Dünger enthalten meist nur natürlich anfallende Rohstoffe. Organische Dünger können von Pflanzen nicht direkt aufgenommen werden. Die Umsetzung in pflanzenverfügbare Nährsalze (Mineralisierung) muss erst durch Bodenorganismen erfolgen. Dies fördert eine gesunde Bodenstruktur. Organische Dünger sind zum Beispiel Mist, Guano, Kompost, Hornspäne und Gülle. Organische Dünger wirken insgesamt langsamer als mineralische Dünger.

Mineralische Dünger werden teilweise auch anorganische Dünger genannt. Mineralische Dünger bestehen aus Nährsalzen, die von Pflanzen direkt und schnell aufgenommen werden können. Mineralische Dünger werden im Bergbau gefördert oder in chemischen Verfahren hergestellt. Bekannte mineralische Dünger sind Kalk, Kali, Bittersalz und Blaukorn. Im Gegensatz zu organischen Düngern können mineralische Dünger von Bodenorganismen nicht verwertet werden. Es findet also keine Verbesserung der Bodenstruktur statt.[1]

Welcher Dünger für den Garten – Industriedünger oder Handelsdünger?

Die Definition von Industrie- und Handelsdünger ist in der Literatur nicht einheitlich. Meistens wird Industriedünger mit mineralischem Dünger gleichgesetzt. Handelsdünger wird überwiegend als der Teil des benötigten Düngers bezeichnet, den Landwirte oder Gärtner zusätzlich zu selbst produziertem organischen Dünger zukaufen müssen. Die Bezeichnung Handelsdünger beschränkt sich also nicht auf mineralischen Dünger.

Wann sollte welcher Dünger im Garten eingesetzt werden?

Welcher Dünger der richtige für Garten oder Ackerbau ist, hängt von den angebauten Pflanzen und den bestehenden Bodenverhältnissen ab. Zierpflanzen, viele Gemüsesorten und Hochleistungsgetreide brauchen wegen des hohen Nährstoffbedarfs zusätzlich zur organischen Düngung oft auch mineralischen Dünger. Schnell wirkender mineralischer Dünger wird häufig auch eingesetzt, wenn Flächen für den Garten- oder Ackerbau neu erschlossen werden und starke Nährstoffdefizite schnell ausgeglichen werden müssen. Organische Dünger dienen mit ihrer langsamen Nährstofffreisetzung und ihrer positiven Wirkung auf die Bodenstruktur eher der langfristigen Sicherstellung von guten Wachstumsbedingungen.

Welcher Dünger – ist eine organische Düngung immer angebracht?

Einige Pflanzen reagieren auf bestimmte organische Dünger empfindlich. So vertragen zum Beispiel Zwiebeln und Porree keinen Stallmist. Gut abgelagerter Mist ist für den Gartenbau generell am besten geeignet. Gülle sollte wegen einer möglichen Belastung mit dem EHEC-Keim nicht für die Düngung von Gemüse- und Obstkulturen verwendet werden.[2] Eine Bodenanalyse kann darüber Auskunft geben, welcher Dünger für den Boden benötigt wird und wann welcher Dünger am besten verwendet werden sollte.

 

 

Referenzen:

[1] Universität Regensburg, „Definition und Notwendigkeit von Dünger“: http://www.uni-regensburg.de/chemie-pharmazie/anorganische-chemie-pfitzner/medien/data-demo/2009-2010/sose2009/d__nger_sfcl.pdf
[2] Landwirtschaftskammer Niedersachsen, „Gülledüngung im Gemüse nicht üblich“: http://www.lwk-niedersachsen.de/index.cfm/portal/3/nav/102/article/16583.html