Blütenfäule

Blüten faulen ab?

Der Begriff „Blütenfäule“ wird oft für zwei unterschiedliche Erkrankungen verwendet. Unterschieden werden muss zwischen einer Calcium-Mangelerkrankung bei Tomaten und Gurken und einer Pilzerkrankung, die zum Beispiel Rhododendron und Orchideen befällt.[1] Für letztere Pilzerkrankung wird auch das Synonym „Grauschimmel“ verwendet.

Fakten Blütenfäule

  • Es gibt zwei Arten von Blütenfäule – eine Mangelkrankheit und eine Pilzerkrankung
  • Blütenfäule bei Gurken und Tomaten wird durch Calciummangel verursacht.
  • Blütenfäule wird durch Calciumdüngung bzw. durch Entfernen der befallenen Pflanzenteilen bekämpft.

Wie kann die Blütenfäule erkannt werden?

Tomaten und Gurken zeigen bei der durch Calciummangel verursachten Blütenfäule charakteristische braune, faulige Flecken an den Fruchtenden. Diese Flecken breiten sich ringförmig um die ehemalige Blüte der Früchte aus. Die Blütenfäule kann im Gemüseanbau ganze Ernten zugrunde gehen lassen.

Liegt der Blütenfäule eine Pilzerkrankung zugrunde, äußerst sich diese zuerst durch braune, wässrige Blüten und Knospen. Im weiteren Verlauf der Erkrankung bildet sich oft ein gräulicher Schimmel. Nach wenigen Tagen sind Knospen und Blüten so stark geschädigt, dass sie abfallen bzw. abfaulen. Die durch Pilze verursachte reine Fäule der Blüten ist meist mehr ein optisches Problem und für die Pflanzen nicht lebensbedrohlich. Greift der Pilz auf andere Pflanzenteile über, kann es im Extremfall zum Absterben der Pflanze kommen.

Was verursacht die beiden Formen der Blütenfäule?

Bei Tomaten und Gurken wird die Blütenfäule durch einen Calciummangel in der Frucht verursacht. Neben einem Calciummangel im Boden kann ein Mangel des Nährstoffs auch durch einen schlechten Transport von Calcium in die Früchte hervorgerufen werden. Bei Trockenheit, schlechten Verdunstungsbedingungen (hohe Luftfeuchtigkeit) oder einem hohen Salzgehalt im Boden kann nicht mehr genügend Calcium mit dem Bodenwasser in die Früchte transportiert werden. Ein Mangel an Calcium schädigt die Zellwände und lässt diese instabil werden. Die Folge ist Fäulnis. Ein durch einen Stickstoffüberschuss verursachtes zu starkes Wachstum kann ebenfalls zu Fäulnis bei Tomaten und Gurken beitragen.[2]

Die Pilzerkrankung Blütenfäule wird durch den Pilz Botrytis cinerea verursacht. Die Sporen des Pilzes verbreiten sich mit Wind und Spritzwasser. Die Sporen können als Myzel im Boden überwintern. Beim Menschen kann der Verzehr oder das Einatmen des Pilzes Allergien auslösen.

Blüten faulen ab, Tomaten und Gurken verfaulen – was kann der Gärtner tun?

Einer durch Calciummangel induzierten Blütenfäule bei Tomaten und Gurken kann durch eine gleichmäßige Wasserversorgung und einem ausreichenden Calciumgehalt (Düngung) im Boden vorgebeugt werden. Bein einem Anbau im Gewächshaus sollte die Luftfeuchtigkeit nicht zu hoch sein. Zu viel Kalium und Magnesium im Boden können die Calciumaufnahme behindern. Eine Überdüngung mit Stickstoff sollte vermieden werden. Eine Bodenanalyse mit Düngeempfehlung hilft im Boden optimale Anbaubedingungen zu schaffen.

Ist der Erreger der Blütenfäule ein Pilz, sollten befallene Pflanzenteile entfernt und vernichtet werden. Pilze können sich auf feuchten Pflanzenteilen besonders gut einnisten. Deshalb werden gefährdete Pflanzen besser immer direkt an der Wurzel gegossen. Ein Überdüngung mit Stickstoff macht Pflanzen anfälliger für Pilzerkrankungen und sollte daher vermieden werden.

 

Referenzen:

[1] Landwirtschaftskammer Niedersachsen, „Schäden an Rhododendron erkennen: Pilzliche Schaderreger“: https://www.lwk-niedersachsen.de/index.cfm/portal/3/nav/747/article/14532/zoom/4.html
[2] Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, „Tomaten mit Makel“: http://www.aelf-in.bayern.de/natur_umwelt/20411/index.php