Stickstoffmangel Pflanzen

Stickstoffmangel bei Pflanzen und Gemüse

Stickstoff ist für das Pflanzenwachstum ein unentbehrlicher Nährstoff. Ein Stickstoffmangel führt bei Pflanzen zu Wachstumsstillstand und kann im Ackerbau große wirtschaftliche Schäden verursachen. Eine Überdüngung mit Stickstoff ist jedoch zu vermeiden, da sich zum Beispiel die Stickstoffverbindung Nitrat in gesundheitlich bedenklichen Konzentrationen in einigen Gemüsesorten anreichern kann. Außerdem können ausgewaschene Stickstoffverbindungen das Trinkwasser belasten.

Fakten Stickstoffmangel bei Pflanzen

  • Pflanzen benötigen Stickstoff für viele Stoffwechselvorgänge.
  • Stickstoffmangel führt bei Pflanzen zu Wachstumsstillstand.
  • Staunässe und ein zu hoher Gehalt an Phosphaten beeinträchtigen die Stickstoffaufnahme.
  • Ammoniumnitrat und Nitrat sind wichtige Stickstofflieferanten.

Wie erkennt man einen Stickstoffmangel bei Pflanzen?

Allgemeines Symptom eines Stickstoffmangels bei Pflanzen ist ein vermindertes Wachstum oder ein Wachstumsstillstand. Stickstoffmangel führt auch oft zu entfärbten oder gelblich bis hellgrün verfärbten Blättern infolge einer gestörten Photosynthese. Diese sogenannte Chlorose tritt zuerst bei älteren Blättern auf. Einige Pflanzen reagieren auf Stickstoffmangel mit der verstärkten Bildung und Einlagerung von rötlichen bis orangen Blattfarbstoffen. Ein Stickstoffmangel kann auch das Abwerfen von Blättern und ein gestörtes Wurzelwachstum hervorrufen. Relativ viel Stickstoff (ca. 30 g/m2) benötigen viele Kohlsorten, Gurken und Tomaten.[1]

Wie kommt es bei Pflanzen zu einen Stickstoffmangel?

Stickstoffmangel bei Gemüse, Obst und anderen Pflanzen wird entweder durch einen Mangel an Stickstoffverbindungen im Boden und/oder durch eine schlechte Verfügbarkeit des Stickstoffs für die Pflanzen verursacht. Bei intensivem Garten- oder Ackerbau reicht die natürliche Freisetzung von Stickstoff aus zum Beispiel organischen Bodenbestandteilen häufig nicht mehr aus. Bei niedrigen Temperaturen und trockenen Böden ist die natürliche Stickstofffreisetzung im Boden gehemmt. In Böden mit Staunässe und schlechter Durchlüftung können stickstoffzehrende Bakterien schlecht Stickstoff aus der Luft aufnehmen und decken ihren Stickstoffbedarf deshalb aus dem Boden. Auf sandigen Böden werden Stickstoffverbindungen schnell in tiefere Bodenschichten ausgewaschen. Stickstoffmangel bei Pflanzen wird außerdem durch zu hohe Gehalte im Boden an Phosphaten, Kalium Calcium und Magnesium gefördert.[2]

Stickstoffmangel bei Gemüse und anderen Pflanzen – was ist zu tun?

Bei Anzeichen eines Stickstoffmangels bei Pflanzen sollte zuerst eine Bodenanalyse erfolgen. So kann unter anderem festgestellt werden, ob schlechte Bodenverhältnisse die Stickstoffaufnahme behindern. Außerdem verhindert die Bodenanalyse durch konkrete Empfehlungen zur Stickstoffdüngung eine kontraproduktive Überdüngung mit Stickstoff. Stickstoffmangel bei zum Beispiel Gemüse kann durch Bodenverbesserungen (siehe vorheriger Absatz), biologische oder chemische Stickstoffdüngungen bekämpft werden. Eine biologische Stickstoffdüngung kann unter anderem durch Gülle und Mist erfolgen. Auch Stickstoffsammler wie Lupinen können Stickstoff in den Boden bringen. Als chemische Dünger stehen nitrat- und ammoniumnitrathaltige Produkte zur Verfügung.

 


Referenzen:

[1] Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, „In fünf Schritten zur erfolgreichen Düngung im Garten“: http://www.hswt.de/forschung/wissenstransfer/infodienst-weihenstephan/2013/januar-2013/duengung.html
[2] Bremer Umweltinformationssystem, „Bodenschutz im Garten“: http://www.umwelt.bremen.de/sixcms/media.php/13/Bericht_Bodenschutz_im_Garten.pdf