Florfliegen als Nützlinge im Garten

Florfliegen, die oft auch als Goldaugen bezeichnet werden, sind Nützlinge und gehören zu den Netzflüglern. In Mitteleuropa gibt es etwa 20 Florfliegenarten. In Deutschland ist die Gemeine Florfliege (Chrysoperla carnea) ein besonders häufiger Vertreter. Wegen ihres hellgrünen Körpers wird die Gemeine Florfliege auch Grüne Florfliege genannt. Der Blattläuse bekämpfende Nützling ist weiterhin an seinen übergroßen, weißen bis durchsichtigen Flügeln mit ihrer netzartigen Struktur zu erkennen. Auffällig sind außerdem die goldfarbenen Augen. Florfliegen erreichen meist eine Körperlänge von etwa 1,5 cm.

Fakten zum Nützling Florfliege

•    Die Gemeine Florfliege ist in Deutschland am häufigsten.
•    Larven von Florfliegen bekämpfen unter anderem Blattläuse und Spinnmilben.
•    Florfliegen oder deren Larven können nicht selbst zu Schädlingen werden.

Nützling Florfliege – welche Schädlinge bekämpft sie?

Wegen ihrer Rolle als Nützling wurde die Gemeine Florfliege vom NABU (Naturschutzbund Deutschland) im Jahr 1999 zum „Insekt des Jahres“ gewählt.[1]  Die bräunlichen, langgestreckten Larven der Florfliegen bekämpfen durch ihren Appetit auf verschiedenste Blattlausarten, Spinnmilben, Thripsen und einige Raupenarten gezielt weit verbreitete Schädlinge. In einem Zeitraum von drei Wochen kann eine einzige Larve des Nützlings Florfliege bis zu 400 Blattläuse vertilgen. Die sechsbeinigen Larven ähneln auf den ersten Blick eher Ohrwürmern und werden nicht selten für Schädlinge gehalten. Einige Larven der Florfliegen tarnen sich bei der Bekämpfung von Blattläusen teilweise mit deren Häuten. So werden sie von den Wächterameisen der Blattläuse nicht bekämpft. Erwachsene Florfliegen ernähren sich überwiegend von Nektar, Pollen und Honigtau (zuckerhaltige Ausscheidungen von Blattläusen).[2]

Kann der Nützling Florfliege selbst zum Schädling werden?

Weder Florfliegen noch deren Larven sind schädlich für Pflanzen, Menschen oder Haustiere. In der Dunkelheit werden die nacht- und dämmerungsaktiven Florfliegen von Lichtquellen angezogen und können so in größeren Mengen auf Terrassen oder in Wohnungen auftauchen. Florfliegen sollten deshalb aber keinesfalls mit Insektiziden bekämpft werden.

Die Florfliege als Nützling im Garten ansiedeln

Da Florfliegen sehr sensibel auf chemische Pflanzenschutzmittel reagieren, sollte deren Einsatz zum Schutz des Nützlings möglichst unterbleiben. Florfliegen halten sich gerne auf Blütenpflanzen oder Laubgehölzen auf und für die Überwinterung der Nützlinge sollten im Garten Haufen aus Laub oder Baumrinde angelegt werden. Zur Überwinterung wird aber auch gern Stroh und Heu in Scheunen genutzt.

Um die Ausbreitung der Florfliege im Garten oder Gewächshaus zu beschleunigen, können zum Beispiel in Online-Shops Larven oder Eier des Nützlings erworben werden. Der Preis für 500 Larven liegt bei etwa 15 Euro. Für 1.500 Eier werden ca. 30 Euro berechnet. Die Larven können direkt in zum Beispiel von Blattläusen befallenen Kulturen ausgesetzt werden. Für die Schädlingsbekämpfung mit Eiern müssen einige Tage Vorlauf eingeplant werden.

 

 

Referenzen:

[1] NABU, „Goldauge“: https://www.nabu.de/nh/299/goldauge299.htm

[2] Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft, „Die Florfliege und ihr Nutzen in der Landwirtschaft“: http://www.lfl.bayern.de/ips/kleingarten/044921/