Nematoden im Garten

Nematoden (Fadenwürmer) sind mit weltweit über 20.000 Arten sehr weit verbreitet. Nematoden haben einen wurmförmigen Körperbau und erreichen Körpergrößen zwischen 0,1 mm und knapp 9 cm. Bodenbewohnende Nematoden können im Garten und in der Landwirtschaft sowohl Nützlinge als auch Schädlinge sein. Einige Nematoden leben auch als teilweise gefährliche Parasiten in Menschen und Tieren.

Nematoden - Nützlinge oder Schädlinge?

•    Räuberische Nematoden bekämpfen als Nützlinge Dickmaulrüssler und Gartenlaubkäfer.
•    Pflanzenfressende Nematoden führen zu Wurzelfäule und können mit „Feindpflanzen“ wie Tagetes bekämpft werden.
•    Einige Nematoden befallen als Parasiten Menschen und Tiere.

Nematoden als Nützlinge

Räuberisch lebende Nematoden, wie die Gattung Heterorhabditis, gewinnen als Nützlinge zur Bekämpfung von Dickmaulrüsslern oder Gartenlaubkäfern im Garten immer mehr an Bedeutung. Die Larven von Dickmaulrüsslern und Gartenlaubkäfern ernähren sich von Pflanzenwurzeln und können diese erheblich schädigen. Erwachsene Dickmaulrüssler und Gartenlaubkäfer richten bei großen Populationsdichten an Blättern und Blüten von Pflanzen starke Fraßschäden an. Nematoden bekämpfen als Nützlinge keine erwachsenen Käfer. Ziel der Nematoden sind die im Boden lebenden Larven der Schädlinge. Nematoden nutzen die Larven als Wirte für ihre Vermehrung und töten diese relativ schnell ab.

Nematoden als Schädlinge im Garten

Viele Nematoden können Pflanzen im Garten stark schädigen. Auch in der Landwirtschaft richten Nematoden ohne entsprechende Bekämpfung oft weitreichende Schäden an. Nematoden dringen mit einem Mundstachel in Pflanzengewebe ein und zerstören dieses. Besonders stark von den Schädlingen werden unter anderem Kartoffeln befallen. Die Schadsymptome eines Befalls mit Nematodengattungen wie Ditylenchus, Pratylenchus oder Meloidogyne sind unter anderem Kümmerwuchs, abgestorbene Wurzeln, Verfärbungen an Blättern oder eine verminderte Blütenanzahl. Pflanzenfressende Nematoden können zum Beispiel durch Brachen ausgehungert oder durch den Anbau von spezifischen „Feindpflanzen“ wie Tagetes oder Sudangras bekämpft werden.[1] Außerdem stehen gegen Nematoden chemische Spritzmittel zur Verfügung.

Einige Nematoden befallen Menschen und Tiere

Nematoden wie der Peitschenwurn (Trichuris trichiura) befallen auch Menschen. Der bis zu 5 cm lang werdende Peitschenwurm lebt im Darm des Menschen und verbreitet sich über Eier, die mit den Fäkalien ausgeschieden werden. Peitschenwürmer verursachen aber nur bei starkem Befall ernsthafte gesundheitliche Komplikationen wie Blutungen und Darmverschlüsse. Um die Verbreitung des Darmparasiten zu verhindern, darf im Ackerbau nicht mit menschlichen Fäkalien (Gülle) gedüngt werden. Trichinen gehören ebenfalls zu den Nematoden. Trichinen befallen Tiere und Menschen. Menschen infizieren sich mit dem Parasiten meist über rohes Schweinefleisch.[2]

Gezüchtete Nematoden als Schädlingsbekämpfer im Garten

Nematoden sind in gewisser Anzahl in fast allen Gärten vorhanden. Um Schädlinge wie Dickmaulrüssler und Gartenlaubkäfer gezielt zu bekämpfen, können gezüchtete Nematoden im Garten ausgebracht werden. Eine für 100 m² ausreichende Menge der biologischen Schädlingsbekämpfer (Gattung Heterorhabditis) kostet in Onlineshops etwa 20 Euro. Die Nematoden werden in einem Tongranulat geliefert, das in Wasser aufgelöst und dann per Gießkanne im Garten ausgebracht wird.

 

 

Referenzen:

[1] Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, „Nematoden im ökologischen Gemüsebau“: http://www.oekolandbau.nrw.de/pdf/Gartenbau/Gartenbau_Freilandgemuese/nematoden-broschuere.pdf

[2] Bundesinstitut für Risikobewertung, „Trichinellose – Erkennung, Behandlung und Verhütung“: http://www.bfr.bund.de/cm/350/trichinellose_erkennung_behandlung_und_verhuetung.pdf