Nützling Marienkäfer

Marienkäfer im Garten ansiedeln

Marienkäfer garten ansiedelnVon Marienkäfern gibt es in Deutschland etwa 80 Arten, von denen 58 als Nützlinge gelten. Die Körpergröße von Marienkäfern liegt zwischen 1,5 und 10 mm. Die Käfer können nicht nur die typische rote Farbe haben. In heimischen Gärten finden sich ebenfalls gelbe, braune oder schwarze Marienkäfer. Die Anzahl der charakteristischen Punkte liegt je nach Art zwischen 2 und 22. Marienkäfer haben im Gartenbau und der Landwirtschaft eine hohe Bedeutung als Nützlinge.

Fakten Nützling Marienkäfer

  • Marienkäfer vertilgen große Mengen Blattläuse.
  • Der Asiatische Marienkäfer kann bei Massenvermehrungen Beerenobst schädigen.
  • Marienkäfer mögen naturbelassene Gärten mit einer großen Pflanzenvielfalt.
  • Durch den Kauf von Larven kann der Marienkäfer im Garten gezielt angesiedelt werden.

Nützling Marienkäfer – eine fleißige Waffe gegen Blattläuse

Verschiedenste Blattläuse sind die Hauptnahrung von Marienkäfern und seiner Larven. Ein einzelner Marienkäfer kann pro Tag über 50 Blattläuse vertilgen. Die Larven der Käfer bringen es während ihrer Entwicklung auf ca. 400 Blattläuse. Der rötliche Siebenpunkt-Marienkäfer (Coccinella septempunctata) und der gelb-schwarze Vierzehnpunkt-Marienkäfer (Propylaea quatuordecimpunctata) sind in unseren Breiten die bedeutendsten Nützlinge.[1]

Marienkäfer – kann der Nützling auch ein Schädling sein?

Bei Massenvermehrungen können Marienkäfer oft zu einer Belästigung werden. Da sich die Käfer meist ausschließlich von Blattläusen ernähren, sind selbst große Populationen für Pflanzen nicht schädlich. Eine Ausnahme bildet der Asiatische Marienkäfer (Harmonia axyridis). Der Marienkäfer wurde als Nützling zur Blattlausbekämpfung erstmals im Jahr 1982 gezielt nach Südfrankreich eingeführt. Der Asiatische Marienkäfer ist mittlerweile auch in Deutschland heimisch und sorgt durch seine immer wieder auftretenden Massenvermehrungen für Probleme. So ernährt sich der Käfer bei knappem Blattlausangebot auch gerne von Beerenobst und richtet so in den Kulturen Schäden an. Außerdem verdrängt der asiatische Einwanderer heimische Marienkäfer- und Insektenarten. Menschen reagieren auf die Sekrete des vermeintlichen Nützlings teilweise mit Kontaktallergien oder asthmatischen Symptomen.[2]

Marienkäfer im Garten ansiedeln

Um Marienkäfer im Garten anzusiedeln, sollte der Garten genügend Versteckmöglichkeiten wie zum Beispiel Laubhaufen und dichte Büsche bieten. Eine möglichst hohe Pflanzenvielfalt und Insektenhotels können die Population des Nützlings Marienkäfer ebenfalls erhöhen. Marienkäfer bevorzugen sonnige, trockene Verstecke. Der Ansiedlung des Marienkäfers im Garten kann auch durch den Kauf von Larven des Käfers beschleunigt werden. In Onlineshops sind zum Beispiel 30 Larven schon für etwa 10 Euro zu haben. Die Ausbringung der Larven erfolgt direkt in den befallenen Pflanzen. Am fleißigsten gehen Marienkäfer und seine Larven bei Temperaturen von über 20 °Celsius gegen Blattläuse vor.

 


Referenzen:

[1] Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, „Wissenswertes zu Nützlingen“: http://www.bvl.bund.de/SharedDocs/Downloads/04_Pflanzenschutzmittel/folienserie_modul9.pdf?__blob=publicationFile
[2] Julius Kühn-Institut, „Asiatischer Marienkäfer“: http://www.jki.bund.de/fileadmin/dam_uploads/_veroeff/faltblaetter/Asiatischer%20Marienkaefer.pdf