Raubmilben als Nützling im Garten

Raubmilben gehören zu den Spinnentieren und zählen zu den Nützlingen, da sie sich von anderen Milben ernähren, die oft Schädlinge sind. In Deutschland werden besonders die Raubmilben Phytoseiulus persimilis und Phytoseiulus persimilis als Nützlinge geschätzt. Raubmilben erreichen nur eine Körperlänge von ca. 0,5 mm. Gezüchtete Raubmilben werden als Nützlinge oft gezielt in der Landwirtschaft oder im Garten ausgebracht.

Fakten zum Nützling Raubmilbe

•    Raubmilben werden zur Bekämpfung von Spinnmilben eingesetzt.
•    Einige Raubmilben dezimieren auch Thripsen und Nematoden.
•    Raubmilben können durch Filz im Garten gesammelt oder in Onlineshops erworben werden.
•    Raubmilben werden nicht selbst zu Schädlingen und befallen auch keine Haustiere.

Nützling Raubmilbe – welche Schädlinge bekämpft sie?

Raubmilben ernähren sich im Garten überwiegend von Spinnmilben wie der Bohnen- oder Gemeinen Spinnmilbe. Obstbaum- und Gemeine Spinnmilbe sind bedeutende Schädlinge im Obst- und Gemüseanbau. Auch vor einigen Zierpflanzen machen die Schädlinge nicht halt. Raubmilben verzehren im Garten täglich bis zu 5 Spinnmilben. Raubmilben können auch die Larven von Thripsen (Synonym: Blasenfüße, Fransenflügler) bekämpfen. Diese saugenden Schädlinge führen bei Pflanzen unter anderem zu Verwachsungen an Blättern und Früchten. Thripse übertragen außerdem bakterielle und virale Pflanzenkrankheiten. Einige Raubmilben wie zum Beispiel Hypoaspis aculeifer können auch Nematoden (Fadenwürmer) dezimieren.[1] Nematoden befallen die unterschiedlichsten Wirtspflanzen und schädigen ihr Gewebe. Besonders häufig werden Raubmilben als Nützlinge eingesetzt, um schädlingsanfällige Gemüsekulturen in Gewächshäusern zu schützen.

Können Raubmilben im Garten selbst zu Schädlingen werden?

Raubmilben stellen keine Gefahr für Menschen oder Haustiere dar. Sind keine Schädlinge mehr als Nahrung vorhanden, werden Raubmilben zu Kannibalen oder sterben einfach ab. Schäden an Pflanzen oder Früchten sind durch Raubmilben im Garten ebenfalls nicht zu befürchten.

Raubmilben im Garten ansiedeln

Bei einem ausreichenden Nahrungsangebot sind Raubmilben im Garten meistens bereits vorhanden. Im Obstbau werden Raubmilben mit Fanggürteln aus Filz im Herbst „eingefangen“. Die Fanggürtel werden an Bäumen oder Standorten positioniert, die eine besonders hohe Population des Nützlings aufweisen. Im Frühjahr werden die Raubmilben dann mit dem Filz an Standorte mit hohem Spinnmilbenbefall verbracht. Außerdem können einzelne Triebe oder Zweige mit einem hohem Raubmilbenbesatz abgeschnitten werden. Diese Raubmilbenspender werden dann einfach in von Milben befallene Bäume gelegt.[2] Im Gartenfachhandel oder in Onlineshops können Raubmilben auch gekauft werden. 600 Raubmilben kosten hier etwa 15 Euro. Diese Menge der Nützlinge reicht für ca. 60 m². Raubmilben benötigen für die Vermehrung eine hohe Luftfeuchtigkeit. Bei günstigen Lebensbedingungen können erste Erfolge bei der Spinnmilbenbekämpfung nach zwei Wochen verzeichnet werden.

 

 

Referenzen:

[1] Pflanzenschutzdienst Hamburg, „Phytoseiulus persimilis – Raubmilbe“: http://www.hamburg.de/pflanzenschutzamt/phytoseiulus-persimilis-raubmilbe/

[2] Landwirtschaftliches Technologiezentrum Baden-Württemberg, „Förderung von Nützlingen im Garten“: http://www.landwirtschaft-bw.info/pb/site/lel/get/documents/MLR.LEL/PB5Documents/ltz_ka/pdf/i/InfoBlatt_H%26K_N%C3%BCtzlingsf%C3%B6rderung_2010.pdf?attachment=true