Schlupfwespen - Nützling oder Schädling?

Schlupfwespen SchädlingSchlupfwespen zählen zu den Hautflüglern und sind weltweit mit mehreren tausend Arten vertreten. In Deutschland ist die Holzwespen-Schlupfwespe (Rhyssa persuasoria) eine der bekanntesten Arten. Die Holzwespen-Schlupfwespe erreicht eine Körperlänge von ca. 4 cm. Der Körper hat eine schwarze Grundfarbe mit gelbgrünen Flecken. Der am Hinterteil der Wespe ansetzende dünne schwarze Legebohrer hat nochmal eine Länge von bis zu 4 cm. Wegen der beachtlichen Gesamtlänge von bis zu 8 cm wird die Holzwespen-Schlupfwespe auch oft Riesenschlupfwespe genannt. Ob Schlupfwespen Nützlinge oder Schädlinge sind, erläutern die nächsten Absätze.

Fakten zur Schlupfwespe

•    Schlupfwespen sind Nützlinge, die zum Beispiel Blattläuse, Motten und Weiße Fliegen bekämpfen.
•    Schlupfwespen stechen nicht und können Menschen, Haustieren und Pflanzen nicht schaden.
•    Schlupfwespen können im Internet als Nützlinge bestellt werden.

Sind Schlupfwespen Nützlinge oder Schädlinge?

Schlupfwespen bekämpfen als Nützlinge unter anderem Schädlinge wie Blattläuse, Weiße Fliegen, Käfer und andere Insekten. Die Holzwespen-Schlupfwespe hat sich als bevorzugte Opfer Holzwespen und Borkenkäfer ausgesucht. Diese Insekten richten in Wäldern teilweise großen wirtschaftlichen Schaden an.  Auch beim Kampf gegen Lebensmittelmotten (z.B. Mehlmotte, Dörrobstmotte) und Kleidermotten in Gebäuden sind Schlupfwespen ein wirksamer Nützling. Schädlinge werden von Schlupfwespen meist nicht von den erwachsenen Wespen, sondern von deren Larven bekämpft. Dazu legen die Schlupfwespen mit ihrem Legebohrer Eier direkt in die entsprechenden Wirtstiere oder in deren Nähe. Die Larven der Schlupfwespe ernähren sich von den Körpersäften der Wirtstiere. Diese sterben dann am Ende der Larvenentwicklung. Schlupfwespen können nur relativ schlecht und über kurze Distanzen fliegen. Die Suche nach Opfern für die Eiablage findet daher überwiegend „zu Fuß“ statt.  Die Frage, ob Schlupfwespen Nützlinge oder Schädlinge sind, lässt sich also klar mit „Nützlinge“ beantworten.

Können Schlupfwespen selbst zu Schädlingen werden?

Schlupfwespen werden in der Literatur uneingeschränkt als Nützlinge bezeichnet. Schlupfwespen können weder Menschen, Haustieren oder Pflanzen gefährlich werden. Trotz ihres Namens stechen die Nützlinge auch nicht.

Wie können Schlupfwespen im Garten angesiedelt werden?

Um Schädlinge biologisch zu bekämpfen, kann die Verbreitung von Schlupfwespen als Nützlinge im Garten mit Insektenhotels gefördert werden. Ein einfaches Hotel für Schlupfwespen kann auch leicht selbst gebaut werden. Dazu müssen nur in ein größeres Holzstück viele kleine Löcher mit ca. 4 – 5 mm Durchmesser gebohrt werden. Diese Holzstücke sollten dann an einem trockenen Ort abgelegt werden. Im Gartenfachhandel oder in Onlineshops gibt es verschiedenste Schlupfwespenarten gegen spezifische Schädlinge zu kaufen. Die Nützlinge werden dabei meist in Form von Schlupfwespenpuppen auf speziellen Kärtchen geliefert. Um zum Beispiel 250 m² Lagerraum von Lebensmittelmotten zu befreien, müssen etwa 17 Euro für die Schlupfwespenart Trichogramma evanescens investiert werden.

 

 

Referenzen:

[1] Institut für Waldschutz, „Populationsdynamik und die Rolle der natürlichen Gegenspieler“: http://bfw.ac.at/050/pdf/Gernot_Hoch_2014.pdf

[2] Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau, „Nützlinge – kleine Helfer in Garten...“: http://www.lwg.bayern.de/gartenakademie/infoschriften/garten_allgemein/10456/