Welche Gallmücken sind Nützlinge?

Gallmücken sind in Deutschland mit etwa 700 Arten vertreten. Gallmücken sehen normalen Stechmücken oft sehr ähnlich. Die Bandbreite der möglichen Körperfärbungen reicht jedoch von Schwarz über Orange bis Rot. Entscheidend für die Einstufung von Gallmücken als Nützling oder Schädling sind die Larven der Insekten. Viele Gallmückenarten schlüpfen aus Larven, die sich von Pflanzen ernähren und so teilweise zu bedeutenden Schädlingen werden. Ein Hinweis auf diese Gallmücken sind Gallen („Galläpfel“) an Pflanzen. Die Gallen dienen zur Entwicklung der Larven. Andere Gallmücken sind Nützlinge, da sie sich aus Larven entwickeln, deren bevorzugte Beute zum Beispiel aus Blattläusen besteht.

Fakten zum Nützling Gallmücke

•    Räuberische Gallmückenlarven bekämpfen zum Beispiel Blattläuse und Spinnmilben.
•    Pflanzenfressende Larven von Gallmücken sind bedeutende Schädlinge.
•    Fallen mit Lockstoffen sind ein Mittel gegen Gallmücken.

Gallmücke als Nützling – welche Schädlinge bekämpft sie?

Die Larven von räuberisch lebenden Gallmücken ernähren sich von Blattläusen, Spinnmilben oder Blattflöhen. Als Nützling bekannt ist besonders die Räuberische Gallmücke (Aphidoletes aphidimyza). Bevorzugte Beute der orange gefärbten Larven dieses Nützlings sind verschiedenste Blattläuse. Die Blattläuse werden nicht gefressen, sondern ausgesaugt. Vorher wird den Opfern der Larve eine lähmende Flüssigkeit injiziert, die die Blattläuse gleichzeitig vorverdaut. Während ihrer Entwicklung können die Larven so bis zu 80 Blattläuse beseitigen. Der Nützling Gallmücke entwickelt sich am besten bei Temperaturen von mindestens 20 °C und einer relativ hohen Luftfeuchtigkeit.[1] Gallmückenpuppen können auch in Online-Shops oder im Fachhandel erworben werden (400 Puppen kosten ca. 15 Euro).

Kann der Nützling Gallmücke zum Schädling werden?

Im Gegensatz zu den räuberisch lebenden Gallmücken, können die Larven von phytophagen (pflanzenfressenden) Arten zu Schädlingen werden. Ein verbreiteter Schädling ist die Kohldrehherzgallmücke (Contarinia nasturtii). Die Larven dieser Gallmücke befallen verschiedenste Kreuzblütler (z.B. Blumenkohl, Rosenkohl, Raps, Brokkoli). Ein Befall mit den Larven lässt sich durch verdrehte und missgebildete Blätter erkennen. Besonders großer wirtschaftlicher Schaden entsteht durch verminderte oder ausbleibende Blumenansätze bei Brokkoli oder Blumenkohl. Die geschilderten Fehl- und Missbildungen entstehen durch vorverdauende Substanzen im Speichel der Larven. Ein weiterer bekannter Schädling ist die Veilchenblattrollmücke (Dasineura affinis), deren Larven an Veilchen schwere Missbildungen verursachen.

Mittel gegen Gallmücken

Ein Mittel gegen Gallmücken ist die Einhaltung bestimmter Fruchtfolgen. Bei befallenen Kohlkulturen sollte auf den Flächen für mindestens zwei Jahre kein Kohl mehr angebaut werden. Dadurch wird der Fortpflanzungskreislauf der Schädlinge unterbrochen. Ein weiteres Mittel gegen Gallmücken sind auch Klebefallen, die spezifische Lockstoffe enthalten. Außerdem können chemische Insektizide gegen die Schädlinge verwendet werden. Bei Zierpflanzen kann das möglichst rasche Entfernen und vernichten von befallenen Pflanzenteilen (nicht auf den Kompost werfen!) ein Mittel gegen Gallmücken sein. Einige Gallmücken, wie zum Beispiel die Buchenblattgallmücke (Mikiola fagi), müssen wegen ihres geringen Schadpotenzials nicht bekämpft werden.[2]

 

 

Referenzen:

[1] Pflanzenschutzdienst Hamburg, „Aphidoletes aphidimyza – Räuberische Gallmücke“: http://www.hamburg.de/pflanzenschutzamt/aphidoletes-aphidimyza/

[2] Regierungspräsidium Gießen Pflanzenschutzinfothek, „Gallmücke an Buche“: http://pflanzenschutzdienst.rp-giessen.de/pflanzenschutzinfothek/ziergehoelze/laubgehoelze-schaeden-an-einzelnen-arten/fagus-buche/gallmuecke/