Pflanzenschädlinge biologisch bekämpfen


Schädlinge an Pflanzen biologisch bekämpfenDie biologische Bekämpfung von Pflanzenschädlingen kann auch für Hobbygärtner eine vielversprechende und umweltschonende Alternative zu chemischen Pflanzenschutzmitteln sein. Obwohl manche Methoden bei starkem Schädlingsbefall an ihre Grenzen stoßen, gibt es durchaus einige wirksame Mittel gegen Gartenschädlinge, die teilweise sogar kostenlos selbst hergestellt werden können.

Biologische Mittel gegen Gartenschädlinge

•    Biologische Mittel gegen Gartenschädlinge sind oft umweltfreundlicher und billiger als Pestizide.
•    Brennnesselbrühe und Rapsöl wirken gegen Blattläuse.
•    Mischkulturen sind ein gutes Mittel gegen Gartenschädlinge.

Mit diesen Mitteln lassen sich Gartenschädlinge biologisch bekämpfen:


Rapsöl: Mit Rapsöl können zum Beispiel Blattläuse, Schildläuse, Wollläuse, Weiße Fliegen und viele Milbenarten bekämpft werden. Zur Herstellung einer spritzfähigen Lauge aus Rapsöl werden ca. 180 ml Rapsöl mit 10 Liter Wasser vermischt. Bei starkem Befall sollte die Lauge im Abstand von mehreren Tagen nochmals aufgebracht werden. Rapsöl bildet um Schädlinge einen dünnen Ölfilm, der die Sauerstoffversorgung unterbindet. Rapsöl wird als biologisches Mittel gegen Gartenschädlinge jedoch nicht von allen Pflanzen vertragen. So reagieren Blütenpflanzen und junge Triebe oft empfindlich auf Rapsöl. Rapsöl sollte nicht bei prallem Sonnenschein ausgebracht werden. Im Handel gibt es auch fertige Rapsölpräparate zu kaufen.[1]


Brennnesselbrühe: Ein weiteres biologisches Mittel gegen Gartenschädlinge ist eine Brühe aus Brennnesseln. Brennnesselbrühe wirkt besonders gut gegen Blattläuse, Ameisen und Spinnmilben. Zum Ansetzen einer Brennnesselbrühe werden etwa 1 kg Brennnesseln in ein Gefäß mit 10 Liter Wasser gegeben. Die Brühe sollte dann ungefähr 24 Stunden ziehen. Die fertige Brühe kann dann mit einer Gießkanne oder einer Gartenspritze (Brühe vorher absieben) auf die befallenen Pflanzen aufgebracht werden. Die Ausbringung sollte in den Abendstunden erfolgen.


Leimringe: Bei Obstbäumen und anderen Stammgewächsen stellen Leimringe ein gutes biologisches Mittel gegen Gartenschädlinge dar. Entsprechender Leim ist im Handel lose oder als beschichtetes Band erhältlich. Der Leimring schützt Gehölze vor Schädlingen, die sich den Stamm hoch bewegen. Die Schädlinge (z.B. Ameisen, Blutläuse, Rauben) bleiben an dem Leim kleben. Der Leimring wird etwa in 1 Meter Höhe angebracht und sollte eine Breite von 6–8 cm haben.[2]


Anbau in Mischkulturen: Der Anbau in Mischkulturen ist ein sehr elegantes Mittel zur biologischen Bekämpfung von Pflanzenschädlingen. Bei einer Mischkultur als Mittel gegen Gartenschädlinge werden „Schutzpflanzen“ mit den zu schützenden Pflanzen zusammen angebaut. Im Idealfall schützen sich die Pflanzen sogar gegenseitig. „Schutzpflanzen“ wirken zum Beispiel durch Gerüche, die Schädlinge vertreiben. Beispiele für sinnvolle Mischkulturen sind Karotten mit Zwiebeln oder Porree (gegen Möhrenfliege und Lauchmotte), Kohl mit Sellerie und Tomaten (gegen Kohlweißling) und Lavendel mit Rosen (Schutz der Rosen vor Ameisen und Blattläusen). Kapuzinerkresse und Meerrettich können andere Pflanzen generell vor Blattläusen und Raupen schützen.[3]

 

 

Referenzen:

[1] Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, „Zugelassene Pflanzenschutzmittel“: http://www.bvl.bund.de/SharedDocs/Downloads/04_Pflanzenschutzmittel/psm_oekoliste-DE.pdf?__blob=publicationFile

[2] BUND, „Leimring – umweltgerechter Baumschutz im Herbst“: http://www.bund.net/nc/service/oekotipps/detail/artikel/leimring-umweltgerechter-baumschutz-im-herbst/

[3] Bezirksamt Hamburg-Wandsbek, „Umweltschonende Pflanzenschutzmaßnahmen“: http://www.hamburg.de/contentblob/86164/data/pflanzenschutzmassnahmen.pdf