Pflanzenschädlinge chemisch bekämpfen

 

Pflanzenschädlinge chemisch bekämpfenPflanzenschädlinge stellen eine große wirtschaftliche Bedrohung für landwirtschaftliche Betriebe dar. Auch dem Hobbygärtner können Blattläuse, Milben und Co. die Freude am Gärtnern nehmen. Die chemische Bekämpfung von Pflanzenschädlingen verschafft dem Gärtner zwar oft schnelle Resultate – demgegenüber stehen aber mögliche schädliche Wirkungen auf Mensch und Umwelt. Grundsätzlich besteht bei der chemischen Bekämpfung von Pflanzenschädlingen immer die Gefahr der Resistenzbildung. Dieser Artikel stellt 4 gängige chemische Mittel gegen Schädlinge im Garten vor.

Chemische Mittel gegen Schädlinge im Garten

•    Chemische Schädlingsbekämpfungsmittel können Mensch und Umwelt schädigen.
•    Bekannte Insektizide sind zum Beispiel Thiacloprid, Chlorpyrifos, Thiamethoxam und Paraffinöl.
•    Schädlinge können gegen chemische Insektizide Resistenzen ausbilden.

Mit folgenden Mitteln können Schädlinge chemisch bekämpft werden:

Thiacloprid: Das Insektizid Thiacloprid wirkt gegen beißende und saugende Insekten wie zum Beispiel Minierer, Blattläuse, Weiße Fliege und Apfelwickler. Thiacloprid wird besonders häufig im hobbymäßigen Gartenbau eingesetzt. Einige Produkte mit Thiacloprid sind im Ausland auch für den Gemüse- und Ackerbau zugelassen. Thiacloprid wird häufig in Form von Sprays aufgebracht. Die chemische Bekämpfung von Pflanzenschädlingen mit Thiacloprid ist für Bienen relativ ungefährlich.[1] Die Firma Bayer vertreibt chemische Mittel gegen Schädlinge im Garten mit dem Wirkstoff Thiacloprid unter dem Markennamen Calypso®.


Chlorpyrifos: Chlorpyrifos ist ein breit wirksames Insektizid, das besonders häufig gegen die Zwiebel- und Kohlfliege eingesetzt wird. Chlorpyrifos wirkt als Fraß-, Atem- und Kontaktgift. Der Wirkstoff blockiert im Nervensystem von Insekten das lebenswichtige Enzym Acetylcholinesterase. Wie bei vielen anderen chemischen Mitteln gegen Schädlinge im Garten sollte auch bei Chlorpyrifos Schutzkleidung getragen werden, da die Chemikalie beim Menschen Gesundheitsschäden verursachen kann. Besonders gefährdet sind bei der chemischen Bekämpfung von Pflanzenschädlingen mit Chlorpyrifos möglicherweise Schwangere. Bekannte Präparate mit Chlorpyrifos sind Lorsban® und Dursban®.


Thiamethoxam: Für die chemische Bekämpfung von Pflanzenschädlingen wie zum Beispiel Schildläusen, Raupen und Blattkäfern wird das Insektizid Thiamethoxam eingesetzt. Thiamethoxam wird ebenfalls als Holzschutzmittel gegen Termiten verwendet. Ein gravierender Nachteil von Thiamethoxam ist die starke Bienengefährlichkeit.[2] Deshalb wurde die Verwendung des Insektizids für die Saatgutbeizung in Europa teilweise verboten. Außerdem kann Thiamethoxam Wasserorganismen schädigen. Thiamethoxam wird von der Firma Compo unter dem Markennamen Axoris® vertrieben.


Paraffinöl: Paraffinöl besteht aus mehreren Kohlenwasserstoffen, die aus Erdöl gewonnen werden. Paraffinöl ist ein relativ harmloses chemisches Mittel gegen verschiedene Schädlinge im Garten. Paraffinöl wird meist vorbeugend im Obstbau gegen Larven und Insekten gespritzt. Das Paraffinöl bildet eine luftundurchlässige Schicht um die Schädlinge und erstickt diese. Bei der chemischen Bekämpfung des Pflanzenschädlings Austernschildlaus besitzt Paraffinöl einen sehr hohen Wirkungsgrad von fast 99%.[3] Paraffinöl hat eine relativ gute Umweltverträglichkeit. Allerdings können Nützlinge wie der Marienkäfer durch das Mittel geschädigt werden.

 

 

Referenzen:

[1] Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, „PSM-Zulassungsbericht Thiacloprid“: http://www.bvl.bund.de/SharedDocs/Downloads/04_Pflanzenschutzmittel/01_zulassungsberichte/006926-00-00.pdf?__blob=publicationFile&v=2

[2] Landtag Baden-Württemberg, „Stellungnahme Schutz der Bienen vor Neonicotinoiden“: http://www9.landtag-bw.de/WP15/Drucksachen/3000/15_3300_d.pdf

[3] Julius Kühn-Institut, „Paraffinöl, Mineralöl-Emulsionen“: http://oekologischerlandbau.jki.bund.de/index.php?menuid=48