Netzwanzen an Rhododendren

Netzwanzen, oft auch Gitterwanzen genannt, sind bis zu 4 mm groß werdende Insekten. In Deutschland sind etwa 75 Arten der Netzwanze heimisch. Ein charakteristisches Merkmal der Netzwanzen ist die gut erkennbare netzartige Musterung auf der Körperoberseite. Netzwanzen gelten als Schädlinge und können sich verstärkt in trockenen Sommern vermehren. Netzwanzen sind saugende Insekten, die sich von Pflanzensäften ernähren. Besonders häufig befallen Netzwanzen Rhododendren.

Fakten: Netzwanzen an Rhododendren

•    Rhododendren werden von drei Arten von Netzwanzen befallen.
•    Typisches Merkmal eines Befalls sind gelblich gesprenkelte Blätter.
•    Netzwanzen können mit rapsölhaltigen Spritzmitteln bekämpft werden.

Wie erkennt man einen Befall von Netzwanzen an Rhododendren?

Auf Rhododendren treten drei verschiedene Netzwanzen auf: Rhododenronwanze (Stephanitis rhododendri), Andromeda-Netzwanze (Stephanitis takeyai) und Beerstrauch-Gitterwanze (Stephanitis oberti). Im Frühjahr sind die hell gefärbten und bis zu 2 mm langen Larven an den Blättern gut zu erkennen. In den Sommermonaten treten dann auch die erwachsenen Tiere auf. Ein Befall mit Netzwanzen äußert sich bei Rhododendren meist zuerst im Mai durch eine gelbliche Sprenkelung auf den Blattoberseiten von überwiegend jungen Blättern. An den Blattunterseiten sind häufig ein rötlich-brauner Belag und Kotspuren zu erkennen. Außerdem verursachen Saugbisse von Netzwanzen und ihren Larven an Rhododendren deformierte und vernarbte Blätter, die oft von Beulen überzogen sind. Im weiteren Verlauf der Schädigung rollen sich die Blätter ein, vertrocknen und fallen schließlich ab. Bei einem starken Befall kann die Pflanze so stark geschädigt werden, dass sie abstirbt. Neben Rhododendren wird auch Lavendelheide oft von Netzwanzen befallen.[1]

Netzwanzen auf Rhododendren – welche Ursachen hat der Befall?

Einige Netzwanzenarten wurden von anderen Kontinenten nach Europa eingeschleppt. Dies gilt zum Beispiel auch für die Andromeda-Netzwanze. Netzwanzen entwickeln sich besonders gut bei hohen Temperaturen und Trockenheit. Sonnige Standorte und heiße, trockene Wetterlagen begünstigen also einen Befall von Rhododendren mit Netzwanzen. Netzwanzen sind flugfähig und können sich daher auch über größere Entfernungen verbreiten. Die Schädlinge verbergen sich außerdem sehr geschickt vor Fressfeinden wie Vögeln.

Wie lassen sich Netzwanzen bekämpfen?

Als verbeugende Maßnahme zur Bekämpfung von Netzwanzen sollten Rhododendren nicht an zu sonnigen Standorten gepflanzt werden. Befallene Blätter werden möglichst frühzeitig entfernt, um eine Ausbreitung der Larven zu verhindern. Auch ein Zurückschneiden der Pflanzen bis spätestens Anfang April ist zur Bekämpfung von Netzwanzen sinnvoll, da die Eier so vor dem Schlüpfen der Larven entfernt werden.[2] Die Befallsdichten sind in Deutschland meist nicht so hoch, dass eine unmittelbare Gefahr für die Pflanzen besteht. In Ausnahmefällen können jedoch auch Insektizide wie zum Beispiel Thiacloprid und Acetamiprid eingesetzt werden. Eine ökologische Alternative zur Bekämpfung von Netzwanzen sind rapsölhaltige Produkte. Generell sind geschwächte Pflanzen anfälliger für Schädlinge. Daher sollte über eine Bodenanalyse geklärt werden, ob für Rhododendron optimale Bodenverhältnisse herrschen.

 

 

Referenzen:

[1] Pflanzenschutzdienst Hamburg, „Netzwanzen an Rhododendron und Lavendelheide“: http://www.hamburg.de/pflanzenschutzamt/netzwanzen-an-rhododendron-und-lavendelheide/

 [2] Pflanzenschutzamt Berlin, „Andromedanetzwanze“: http://www.stadtentwicklung.berlin.de/pflanzenschutz/merkblaetter/de/download/andromedanetzwanze.pdf