Schädling Dickmaulrüssler

Dickmaulrüssler erfolgreich bekämpfen

Dickmaulrüssler erfolgreich bekämpfenDickmaulrüssler (Othiorrynchus sulcatus) gehören zur Familie der Rüsselkäfer. Von Dickmaulrüsslern gibt es in Europa über 160 Arten von denen aber nur 10 – 15 als Schädlinge gelten. Dickmaulrüssler sind meistens grau bis schwarz gefärbt und erreichen eine Körperlänge von etwa 1 cm. Typisch für Dickmaulrüssler ist der breit ausgeprägte Rüssel. In Deutschland werden die meisten Schäden von dem Gefurchten Dickmaulrüssler (Othiorrynchus sulcatus) verursacht. Dieser Schädling ist an seinem gefurchten schwarzen Panzer mit braunen Punkten zu erkennen.

Schädling Dickmaulrüssler

  • Dickmaulrüssler sind nachtaktiv und fallen durch Buchtenfraß an Blättern auf.
  • Dickmaulrüssler verbreiten sich besonders durch Topfblumen und Blumenerde.
  • Mit HM-Nematoden lassen sich die Larven des Dickmaulrüsslers erfolgreich bekämpfen.

Schädling Dickmaulrüssler – woran erkennt man einen Befall?

Dickmaulrüssler sind ausschließlich nachtaktiv. Der Gärtner kann die Schädlinge aber anhand charakteristischer Fraßspuren an den Blättern identifizieren. Die 6 – 7 mm breiten Fraßspuren beginnen immer an den Blatträndern und haben die Form von kleinen Buchten (Buchtenfraß). Der Buchtenfraß ist für Pflanzen nur bei sehr starkem Befall bedrohlich. Weit schädlicher sind die cremefarbenen, bis zu 1 cm großen Larven, die sich von Pflanzenwurzeln ernähren. Teilweise werden die Wurzeln so stark abgefressen, dass die Pflanzen vertrocknen und absterben. Besonders häufig werden Rhododendren, Rosen, Buchsbaum, Weinreben, Erdbeeren, Geranien und Efeu von dem Schädling Dickmaulrüssler befallen. Aber auch vor Gehölzen wie Ahorn, Feuerdorn und Felsenmispel macht der Käfer nicht halt. Ein besonders beliebtes Revier der Schädlinge sind auch Balkone und Terrassen.

Was verursacht einen Befall mit dem Schädling Dickmaulrüssler?

Dickmaulrüssler oder die Larven des Schädlings werden meist mit Erde aus Blumentöpfen, Gartenerden oder anderen Pflanzsubstraten in Gärten und landwirtschaftliche Betriebe eingeschleppt. Lockere torf- und humusreiche Erden bieten Käfern und Larven gute Versteckmöglichkeiten und einen perfekten Lebensraum. Die Weibchen des Dickmaulrüsslers legen im Jahr bis zu 1.000 Eier. Das Schlüpfen von Larven des Schädlings Dickmaulrüssler wird von warmen Bodentemperaturen (16 – 27 °Celsius) und einer hohen Bodenfeuchtigkeit begünstigt. Dickmaulrüssler schlüpfen von Mai bis August.[1]

Dickmaulrüssler erfolgreich bekämpfen

Die erfolgreiche Bekämpfung des Dickmaulrüsslers setzt meistens bei den im Boden lebenden Larven an. Diese werden mit Nematoden (kleinen Fadenwürmern) der Gattung Heterorhabditis erfolgreich bekämpft.[2] Die im Fachhandel oft unter dem Namen „HM-Nematoden“ angebotenen Fadenwürmer infizieren die Larven des Dickmaulrüsslers im Boden mit tödlichen Bakterien. Außerdem nutzen sie die toten Larven für die eigene Vermehrung. Um den Dickmaulrüssler erfolgreich zu bekämpfen, sollten die Nematoden in den Abendstunden mit Wasser an die Pflanzen gegossen werden. Auch die Förderung von Fressfeinden (z. B. Igel, Maulwurf, Spitzmaus) kann den Schädling dezimieren. Pflanzen sind auf optimalen Böden weniger anfällig für Schädlinge und Parasiten. Eine Bodenanalyse hilft dem Gärtner, die optimalen Bodenbedingungen zu erreichen.

 


Referenzen:

[1] Pflanzenschutzamt Berlin, „Problemschädling – Dickmaulrüssler“: http://www.stadtentwicklung.berlin.de/pflanzenschutz/merkblaetter/de/download/dickmaulruessler.pdf
[2] Regierungspräsidium Gießen, „Dickmaulrüssler“: http://pflanzenschutzdienst.rp-giessen.de/pflanzenschutzinfothek/ziergehoelze/laubgehoelze-schaeden-an-mehreren-arten-auftretend/fressende-schaedlinge/dickmaulruessler/