Bodentiere

Bedeutung Bodentiere

Bodentiere haben für die Qualität und Fruchtbarkeit von Böden eine entscheidende Bedeutung. Zusammenfassend werden sie auch als Bodenfauna bezeichnet. Die Bodenfauna beschleunigt die Humusbildung, verbessert die Bodendurchlüftung und durchmischt den Boden. Ausscheidungen von einigen Bodenbewohnern reichern den Boden mit Nährstoffen an. Zu den besonders nützlichen Bodentieren gehört der Regenwurm. Bei starker Vermehrung können einige Bodenbewohner wie zum Beispiel Engerlinge, Drahtwürmer oder Wühlmäuse im Garten jedoch auch zu Schädlingen werden. Viele Bodentiere sind nur in bestimmten Böden lebensfähig. Auch auf Bodenveränderungen und Belastungen mit Schadstoffen reagiert die Bodenfauna teilweise sehr empfindlich. Deshalb besitzen Bodentiere im Garten eine wichtige Indikatorfunktion für die Bodenqualität.

Fakten Bodentiere

  • Die Bodenfauna verbessert die Bodenqualität.
  • Zur Bodenfauna werden auch Wirbeltiere wie Maulwurf und Wühlmaus gezählt.
  • Viele Bodentiere sind nur auf hochwertigen und unbelasteten Böden lebensfähig.
  • Der Regenwurm ist einer der wichtigsten Bodennützlinge.

Verschiedene Bodentiere im Garten

BodentiereBodentiere werden nicht nach Ihrer Bedeutung, sondern nach ihrem Körperdurchmesser (KD) in Mikro-, Meso-, Makro- und Megafauna eingeteilt. Zur Mikrofauna (KD: < 0,2 mm) gehören Einzeller und kleinere Fadenwürmer. Vertreter der Mesofauna (KD 0,2 – 2 mm) sind zum Beispiel Strudelwürmer, Rädertiere und Springschwänze. Die Makroflora (KD 2 – 20 mm) wird unter anderem von Regenwürmern, Spinnen, Tausendfüßlern, Schnecken und verschiedenen Insekten gebildet. Der Megafauna (KD > 20 mm) werden Wirbeltiere wie Maulwurf, Spitzmaus und Wühlmaus zugeordnet. Im Gartenboden ist die Artenvielfalt der Mikrofauna am größten. Mit einer Masse von 40 g – 400 g pro m² Boden stellen die Regenwürmer jedoch massenmäßig den größten Anteil an der Bodenfauna.[1]

Bedeutung der Bodentiere als Bodenindikator

Bodentiere sind in Gärten mit lockeren, gut durchlüfteten und humusreichen Böden besonders zahlreich anzutreffen. Eine Bodenauflage aus Blättern, Streu oder Schreddergut fördert ebenfalls eine reichhaltige Bodenfauna. In kalkreichen Böden finden speziell Regenwürmer und einige Schneckenarten sehr gute Lebensbedingungen. Tausendfüßler vermehren sich besonders gut auf humusreichen Böden, die außerdem ausreichende Kalium- und Kalkgehalte aufweisen. Regenwürmer und Borstenwürmer reagieren sehr empfindlich auf Pflanzenschutzmittel und andere Chemikalien. Springschwänze verschwinden oft schon bei geringen Dosen von Unkrautvernichtungsmitteln. Asseln sind auf feuchten Böden besonders häufig anzutreffen. Raubmilben ernähren sich von anderen kleinen Bodentieren im Garten und gelten deshalb als ein hervorragender Gesamtindikator für eine reichhaltige Bodenfauna.[2] Die Bedeutung von Bodentieren für die Bodenqualität Je nach Auftreten oder Fehlen von bestimmten Bodentieren können eventuell erforderliche Maßnahmen zur Bodenverbesserung eingeleitet werden. Eine stark verminderte Bodenfauna kann auch ein Indikator für eine Belastung mit Schwermetallen oder Chemikalien sein. Bei diesem Verdacht sollte eine Bodenanalyse von einem spezialisierten Labor erstellt werden.

 

Bodentier Regenwurm

Bodenqualität RegenwurmDer Regenwurm ist der bekannteste Nützling. Dies liegt unter anderem auch an seiner Präsenz im Gegensatz zu anderen Bodentieren. Seine Bedeutung kann auch in der Indikatorfunktion liegen. Der Regenwurm reagiert empfindlich auf Schadstoffe im Boden. Eine gute Bodenqualität fördert auch die Regenwürmer.

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Referenzen:

[1] Universität Münster, „Bodentiere allgemein“: http://hypersoil.uni-muenster.de/0/07.htm
[2] Universität Münster, „Bedeutung der Bodentiere für die Bodenentwicklung“: http://hypersoil.uni-muenster.de/0/07/01.htm