Zeigerpflanze Brennnessel

Brennnessel als eine Zeigerpflanze

zeigerpflanze brennnesselDie in Deutschland hauptsächlich vorkommende Große Brennnessel (Urtica dioica), meist einfach als Brennnessel bezeichnet, ist eine hervorragende Indikatorpflanze für stickstoffreiche Böden. Obwohl eine gewisse Menge Stickstoff im Boden für das Wachstum von Pflanzen und gute Erträge im Garten absolut notwendig ist, kann zu viel Stickstoff auch zu einem übermäßigen Wachstum von Pflanzen führen. Dieser „Geilwuchs“ führt zu aufgeschwemmten Pflanzengewebe, instabilen Pflanzen und verstärkter Anfälligkeit für Schädlinge und Pilzkrankheiten wie zum Beispiel Mehltau. Bei einer Überdüngung mit Stickstoffdünger wie Ammoniumsulfat besteht die Gefahr einer Bodenübersäuerung. Durch Nitrifikation kann bei einer Überdüngung mit Stickstoff auch ein Übermaß an Nitrat entstehen. Durch eine Auswaschung von viel Nitrat in das Grundwasser beschleunigt sich unter Umständen die Bodenübersäuerung. Übersäuerte Böden sind ein schlechter Lebensraum für wichtige Bodenmikroorganismen.[1]

Zeigerpflanze für Stickstoff – die Brennnessel

  • Die Brennnessel ist ein Indikator für stickstoffreiche Böden.
  • Zu viel Stickstoff macht Pflanzen anfälliger für Krankheiten.
  • Ausgewaschene Stickstoffverbindungen können das Grundwasser belasten.
  • Brennnesseln können ein erster Hinweis auf ein zukünftiges Absinken des Boden-pH-Wertes sein.

Was sagt die Brennnessel über den pH-Wert des Bodens aus? Welche Pflanzen benötigen viel Stickstoff?

Obwohl die Brennnessel keine typische Zeigerpflanze für saure Böden (Boden-pH-Wert bis 6) ist, kann die Stickstoff liebende Brennnessel jedoch eine erste Indikatorpflanze für eine zukünftige Bodenübersäuerung durch zu viel Stickstoff sein. Für die allermeisten Pflanzen ist bei Böden mit mittlerem Humusgehalt ein Boden-pH-Wert von 5 – 6 (sandige Böden), 5,5 – 6,5 (lehmige Böden) und 6 – 7 (tonige Böden) optimal.[2] Erdbeeren oder Kartoffeln gedeihen aber auch auf etwas saureren Böden gut. Der Stickstoffbedarf von Gartenpflanzen und Gemüsen ist sehr unterschiedlich. Gurken, Tomaten und Kohlgemüse liefern die besten Erträge bei Stickstoffgehalten um 30 g/m2. Radieschen oder die Buschbohne benötigen nur rund 10 g/m2.[3]

Den Stickstoffgehalt des Bodens regulieren – Brennnessel als Indikatorpflanze

Auf stickstoffreichen Böden sollte der Anbau und das Untergraben von Stickstoffsammlern wie zum Beispiel Lupinen vermieden werden. Stickstoffhaltiger Dünger darf nicht aufgebracht werden. Stickstoffverbindungen werden aus dem Boden auch relativ schnell ausgewaschen. Wenn das Land eine Weile brach liegt, verringert sich meist auch der Stickstoffanteil. Wird die Brache noch stark von der Zeigerpflanze Brennnessel besiedelt, ist der Stickstoffgehalt wahrscheinlich noch relativ hoch. Bei Rasenflächen sollte der Rasenschnitt abgeräumt werden. Bevor Maßnahmen zur Regulierung des Stickstoffgehalts von Böden erfolgen, muss der Stickstoffgehalt allerdings erst über eine professionelle Bodenanalyse ermittelt werden. Eine solche Analyse gibt auch Auskunft über die Mineralisierung (Phosphat, Kalium, Magnesium), den Humusgehalt und den pH-Wert des Bodens.

 

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Referenzen:

[1] Umweltbundesamt „Stickstoff“: http://www.umweltbundesamt.de/themen/boden-landwirtschaft/umweltbelastungen-landwirtschaft/stickstoff
[2] Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau: http://www.lwg.bayern.de/gartenakademie/42582/linkurl_0_2.pdf
[3] Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, „In fünf Schritten zur erfolgreichen Düngung im Garten“: http://www.hswt.de/forschung/wissenstransfer/infodienst-weihenstephan/2013/januar-2013/duengung.html