Bodennährstoff Nitrat

 

Nitrat im Boden

Nährstoffe Nitrat BodenNitrat kommt praktisch in allen Böden vor. Durch intensiven Ackerbau, Massentierhaltung und die Abfälle von Biogasanlagen kommt es in Deutschland jedoch häufig zu einer Überdüngung des Bodens mit Nitrat. Nitrat im Boden wird auf sandigen und karstigen Böden leicht in das Grundwasser, Seen und Flüsse ausgewaschen. Dies führt teilweise zu großen Problemen bei der Trinkwasserversorgung. Häufig müssen Trinkwasserbrunnen wegen einer Überschreitung des Nitratgrenzwertes (50 mg/l) geschlossen werden. Viele Gemüsesorten reichern im Boden enthaltenes Nitrat verstärkt an. Dies kann eine Gefahr für die menschliche Gesundheit bedeuten.

Fakten zum Nitrat im Boden

  • Nitrateinträge aus der Landwirtschaft gefährden das Trinkwasser.
  • Nitrat kann für Säuglinge besonders schädlich sein.
  • Nitrat wird in den Wintermonaten im Gemüse besonders stark angereichert.

Zusammenhang von Nitrat und Stickstoff im Boden

Nitrat ist kein chemisches Element. Vielmehr besteht Nitrat aus den Elementen Stickstoff (N) und Sauerstoff (O). Die allgemeine chemische Formel für Nitrat lautet NO3-. Durch Oxidationsprozesse kann im Boden aus Stickstoffverbindungen Nitrat gebildet werden. Daher bedingt ein erhöhter Stickstoffeintrag oft auch eine erhöhte Belastung mit Nitraten. Pflanzen benötigen den im Nitrat enthaltenden Stickstoff zum Aufbau von Proteinen. Ein Mangel an Nitrat bzw. Stickstoff führt zu Wachstumsstörungen und schlechten Erträgen. Überschüssiges Nitrat wird von einigen Pflanzen verstärkt eingelagert. Nitrat kann im Boden und im menschlichen Körper in das giftige Nitrit umgewandelt werden.

Nitrat im Boden – ein Gesundheitsproblem?

Nitrat ist selbst nicht giftig. Problematisch ist die mögliche bakterielle Umwandlung durch Reduktion in Nitrit (NO2-). Nitrit wirkt in höheren Konzentrationen toxisch und kann wiederum in die krebserregenden Nitrosamine umgewandelt werden.[1] Deshalb empfehlen viele Experten die Nitrataufnahme aus Wasser und Lebensmitteln niedrig zu halten. Für Erwachsene sollte die tägliche Nitrataufnahme 3,65 mg pro kg Körpergewicht nicht überschreiten. Säuglinge und Kleinkinder reagieren deutlich empfindlicher auf Nitrat bzw. Nitrit. Säuglings- und Kleinkindernahrung sollte daher möglichst weniger als 250 mg Nitrat pro kg Lebensmittel enthalten.[2] Besonders viel Nitrat aus dem Boden reichern zum Beispiel Kopfsalat, Spinat, Rote Beete und Radieschen an. Verstärkt ist die Nitratanreicherung aus dem Boden oft bei Gewächshausware in den Wintermonaten. Gerade bei Kopfsalat wird hier der Richtwert von 3500 mg/kg teilweise überschritten. Gründliches Waschen von Kopfsalat kann die Nitratbelastung reduzieren.

Nitratbestimmung des Bodens

Eine Nitratbestimmung des Bodens durch eine Bodenanalyse ist allein schon aus gesundheitlichen Aspekten sinnvoll. Mit einer Bestimmung des Nitratgehalts im Boden wird auch der Stickstoffgehalt des Bodens gemessen. Eine ausreichende Versorgung mit Stickstoff ist für gute Erträge unerlässlich. Bei einer Bodenanalyse sollten zum Beispiel auch Parameter wie Bodenart und Boden-pH-Wert bestimmt werden, da diese einen wichtigen Einfluss auf die Nährstoffversorgung des Bodens haben.


Referenzen:

[1] Deutsche Krebsgesellschaft, „Gesund essen, gesund bleiben“: http://www.krebsgesellschaft.de/ernaehrung_dem_krebs_vorbeugen,1043.html
[2] Bundesinstitut für Risikobewertung, „Nitrat in diätetischen Lebensmitteln für Säuglinge und Kleinkinder“: http://www.bfr.bund.de/cm/343/nitrat_in_diaetetischen_lebensmitteln.pdf